From sewing machine to electric show car: Opel's history unfolds in the spectacular premises of the Mobility City above the Ebro.

Opel-Liebe in Zaragoza

Manchmal braucht es eine persönliche Initiative, damit Geschichte in Bewegung kommt. Hier war es Antonio Cobo, viele Jahre Managing Director von Opel Spanien und Vice President Manufacturing. Sein Herzenswunsch: die Opel-Historie nach Zaragoza zu bringen – dorthin, wo der Corsa seit Jahrzehnten millionenfach vom Band läuft. Unterstützung kam von Opel Classic-Chef Leif Rohwedder, der die Fahrzeuganlieferung begleitete und zur Eröffnung persönlich vor Ort war.

„Opel Love“ führte als klar strukturierte, chronologische Reise durch mehr als 150 Jahre Markengeschichte. 25 sorgfältig ausgewählte Objekte und Automobile verbanden Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Mobilität. Schauplatz war die Mobility City in Zaragoza – spektakulär gelegen auf der von Zaha Hadid entworfenen Brücke über den Ebro, einem architektonischen Wahrzeichen der Stadt.

Faszination Mondlandung: Der Rover Lunar schrieb Mondgeschichte – der Corsa „Moon“ blieb auf der Erde, setzt dafür aber ein umso klareres Zeichen für die Wandlungsfähigkeit des Opel-Bestsellers.
Die Mobility City im Pabellón Puente – 2008 zur Expo eröffnet und von Zaha Hadid entworfen. Mit ihrer fließenden, blütenartigen Form ist die Brücke längst ein architektonisches Wahrzeichen Zaragozas.
Zur Eröffnung vor Ort: Opel Classic-Chef Leif Rohwedder (zweiter von links) und Initiator Antonio Cobo (zweiter von rechts) – zusammen mit dem Opel Admiral von 1937.
Der Calibra „Cliff“, Motorsportbolide aus der ITC-Ära der 1990er-Jahre. Flach, breit, kompromisslos auf Performance ausgelegt –und bis heute eine Ikone.
Der Corsa „Moon“ – eine Studie, die den Kleinwagen kosmisch interpretiert und Technikfantasie sichtbar macht.

Der Rundgang begann mit einer Nähmaschine von 1870. Sie erinnerte an den industriellen Ursprung der Marke. Von dort führte der Weg zum Patent Motorwagen Lutzmann von 1899, mit dem Opel in die Automobilgeschichte eintrat. Einzylinder, zwei Gänge, 20 km/h Höchstgeschwindigkeit – aus heutiger Sicht bescheiden, damals ein Aufbruch.

Die Marke Opel steht seit Beginn an für „Technologie für jedermann“. Fahrzeuge wie der 4/8 PS „Doktorwagen“ oder der 4/12 PS „Laubfrosch“ machten individuelle Mobilität erschwinglich und bereiteten der industriellen Großserienfertigung in Deutschland den Weg. Dieser Gedanke, Innovation zugänglich zu machen, zog sich als roter Faden durch die Ausstellung. Zugleich richtete „Opel Love“ den Blick nach vorn: vom Elektro GT der 1970er-Jahre über den GT X Experimental bis zum Manta GSE ElektroMOD, der Tradition und Elektromobilität selbstbewusst verbindet.

25 ikonische Exponate aus Rüsselsheim – inszeniert in spektakulärer Architektur über dem Ebro.

Ikone trifft Zukunft: Der Manta GSE ElektroMOD verbindet klassisches Design mit elektrischem Antrieb und moderner Markenidentität.
Offen gedacht: Der Corsa Spider aus dem Jahr 1982 zeigt, wie mutig Opel das Thema Kleinwagen emotional interpretiert hat.
Raum, Licht und Bewegung verschmelzen zu einer Bühne für Mobilität.
Der RAK 2 in den Ausstellungsräumen der Mobility City – ein radikales Experiment aus den 1920er-Jahren, das mit Raketenantrieb die Grenzen des technisch Vorstellbaren verschob.



Und natürlich durfte in Zaragoza der Corsa selbst nicht fehlen. Seit 1982 läuft er hier vom Band, inzwischen in sechs Generationen – und mit mehr als 14 Millionen verkauften Exemplaren ist er untrennbar mit Aragón verbunden. Vom klar gezeichneten Corsa A über Varianten wie den Corsa Spider bis zur Studie Corsa B „Moon“ zeigte die Ausstellung, wie wandelbar dieses Erfolgsmodell ist. 

Gleichzeitig erobert der Kleinwagen-Bestseller neue Dimensionen. Der ausgestellte Opel Corsa GSE Vision Gran Turismo zeigt, wie weit sich die Idee Corsa denken lässt: 800 PS, vollelektrisch, konsequent auf Performance ausgelegt. Doch es bleibt nicht bei der Vision. Der Corsa GSE kommt. Damit schreibt sich auch die Corsa-Geschichte aus Zaragoza fort: Seit 1982 entsteht hier Generation für Generation eines Kleinwagens, der für Millionen Menschen Mobilität bedeutet – und sich immer wieder neu erfindet.


März 2026

Fotos: Leif Rohwedder