Auch 25 Jahre nach seiner Premiere sorgt der Opel Speedster noch immer für etwas, das weit über Fahrleistungen und Rundenzeiten hinausgeht. Wer einmal vom Leichtbau-Roadster infiziert wurde, bleibt ihm oft über Jahre – manchmal sogar Jahrzehnte – treu. Genau dieser „Speedster-Effekt“ war am vergangenen Samstag in Haiger zu erleben.
Mehr als 40 Opel Speedster versammelten sich dort zum Jubiläumstreffen anlässlich des 25. Geburtstags des puristischen Sportwagens. Angesichts der überschaubaren Produktionszahlen ist das alles andere als selbstverständlich. Besitzer, Fans und Wegbegleiter kamen zusammen, um einen der außergewöhnlichsten Opel der jüngeren Markengeschichte zu feiern. Unterstützt wurde die Veranstaltung von der Loh Collection – Nationales Automobilmuseum.





Zu den Höhepunkten des Treffens gehörte der Besuch von Niels Loeb, einem der Designer des Opel Speedster. Der gebürtige Australier kam 1992 als Praktikant zu Opel. Nach einem Masterstudium in Großbritannien kehrte er nach Rüsselsheim zurück und wirkte später an zahlreichen Modellen mit – darunter auch Adam, Corsa D, Insignia B, Mokka B, Astra L und Grandland. In Haiger nahm sich Loeb den ganzen Tag Zeit für die Fans. Er beantwortete Fragen, erzählte von der Entwicklung des Speedster und berichtete aus dem Lotus-Werk im englischen Hethel, wo der Sportwagen entstand. Immer wieder bildeten sich Menschentrauben um ihn. Nebenbei signierte er Fahrzeuge und hörte den Geschichten der Besitzer zu.
Neben Loeb waren auch Leif Rohwedder, Leiter von Opel Classic, und sein Kollege Jens Cooper vor Ort. Beide reisten standesgemäß mit einem Speedster aus der historischen Opel-Sammlung an. Auch sie standen den Teilnehmern für Gespräche zur Verfügung und gaben Einblicke in die Geschichte des Modells sowie die Arbeit von Opel Classic. So schlug das Treffen eine Brücke zwischen den Anfängen des Speedster und der Community, die ihn bis heute lebendig hält.
Mehr als 40 Speedster an einem Ort – und noch mehr Geschichten dahinter.





Zu den auffälligsten Fahrzeugen gehörte der leuchtend gelbe Speedster von Ralf Reschke. Seine Farbe verdankt der Wagen einem Unfall auf einem Parkplatz. Nach der Kollision mit einem anderen Fahrzeug fasste Reschke einen Entschluss: Sein Speedster sollte künftig so auffällig sein, dass ihn niemand mehr übersehen kann. Das Ergebnis zog in Haiger ununterbrochen neugierige Blicke auf sich.
Eine Liebe, die beim Schrauben begann
Dass der Speedster Menschen verbindet, zeigt auch die Geschichte von Teresa Fuest und Gianluca de Blasi aus Neu-Ulm. Die gelernte Karosseriebauerin und ihr langjähriger Freund fanden über die gemeinsame Leidenschaft für Automobile zusammen. Aus einer zehnjährigen Freundschaft wurde nach einer gemeinsamen Schrauberaktion eine Beziehung.


Heute teilen sie nicht nur ihr Leben, sondern auch ihre Begeisterung für besondere Fahrzeuge. Neben mehreren Alfa Romeo und Fiat nimmt der Speedster einen besonderen Platz in ihrer Sammlung ein. Viele Stunden gemeinsamer Arbeit waren nötig, um den Wagen rechtzeitig zum Jubiläumstreffen fertigzustellen.
Organisation mit Herzblut
Hinter dem Treffen steht Rouven Freischlad, der die Veranstaltung gemeinsam mit seinem Team organisiert hat. Mit viel Engagement entstand erneut ein Event, das weit über ein gewöhnliches Markentreffen hinausging. Als am Abend die letzten Motoren starteten und die Teilnehmer die Heimreise antraten, blieb vor allem eine Erkenntnis: Der Opel Speedster ist auch 25 Jahre nach seiner Premiere weit mehr als ein kompromissloser Sportwagen. Er bringt Menschen zusammen, schafft Freundschaften und liefert Geschichten, die man sich noch lange erzählt.
Juni 2026