Opel kommt ins Krankenhaus

Allein der Kopf von Adam Opel wiegt zwölf Kilogramm. Einige Zeit lag er in einer Kunstgießerei in Mainz-Kastel, bis er mit dem Rumpf und den übrigen Teilen verschweißt wurde. Die fertige Skulptur zeigt den Gründer der Adam Opel AG übergroß: 2,30 Meter hoch, 150 Kilogramm schwer, im Stresemann – einem Anzug aus Gehrock, Hose, Weste und Jackett –, seinen Hut in der Hand. Uwe Wenzel hat die Figur in seinem Darmstädter Atelier geschaffen.

 

OPEL: Bildhauer/KŸnstler Uwe Wenzel - Produktion einer Adam Opel Statue

Behutsam legt Künstler Uwe Wenzel den Kopf der Adam-Opel-Plastik frei und befreit ihn vom Schamott-Gips-Gemisch.

Als Vorlage diente dem Künstler eine Fotografie, die Adam Opel im Jahr 1885 zeigt; damals war er um die 50 Jahre alt. Am Anfang modellierte Wenzel die einzelnen Teile aus Ton. In der Gießerei wurde die Form zunächst mit Silikon als Negativ erstellt. Anschließend wurde diese mit einer hauchdünnen Schicht aus Wachs ausgegossen. „Das Wachs ist blau eingefärbt“, erklärt Wenzel, „damit man besser sieht, wo die Figur eventuell noch nachgebessert werden muss“.

 

Arbeiten bei 1200 Grad Celsius
Als der Künstler mit seinem Werk zufrieden war, wurde die Wachsfigur in vier Teile zerlegt und jedes einzelne mit einem Schamott-Gips-Gemisch gefüllt und umschlossen. Im Ofen wurde anschließend das Wachs ausgeschmolzen, so dass die innen hohlen Gussformen zurück blieben. Dann wurden über drei Wochen hinweg die Gussformen mit der 1200 Grad Celsius heißen Bronze ausgegossen. Nach dem Auskühlen wurden die Teilstücke aus der Einbettmasse befreit, gereinigt und zusammengeschweißt. Abschließend wird die Bronze noch grünlich patiniert.

 

DER plan: eine grosse Fotoleinwand
Langfristig soll Adam Opel seinen Platz auf Ebene 2 des Krankenhauses erhalten, wenn das neue Bettenhaus C im Frühjahr 2015 fertig gebaut ist. Dort wird das Opel-Hauptportal, auf eine große durchscheinende Fotoleinwand gedruckt, die Wand im neuen Eingangs- und Wartebereich schmücken. Den passieren jährlich an die 100.000 Patienten, Besucher und Mitarbeiter. Der bronzene Adam Opel soll als Halbrelief aus dem Portal heraustreten und sie begrüßen. Daneben wird der Oldtimer Typ Olympia stehen, den Opel als Leihgabe zur Verfügung stellt. Das Baujahr, 1956, ist kein Zufall: Im selben Jahr wurde das Rüsselsheimer Stadtkrankenhaus am heutigen Standort eröffnet.

 

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Alltag im Rüsselsheimer Krankenhaus: Das Bild wurde im Jahr 1931 aufgenommen.

 

Doch was hat Adam Opel mit dem GPR-Klinikum zu tun? Friedel Roosen, Initiator des Projekts und Geschäftsführer des Krankenhauses, bringt es auf den Punkt: „Ohne Opel gäbe es das Krankenhaus nicht und ohne Opel wäre Rüsselsheim nicht, was es heute ist.“ Schon während des Ersten Weltkriegs wurden Verletzte in einer ursprünglich als Kantine genutzten Holzbaracke versorgt. 1935 hatte sich der Vorstand der Adam Opel AG für den Bau eines Krankenhauses in Rüsselsheim eingesetzt. 1942 hat Wilhelm von Opel schließlich den finanziellen Grundstock für den Bau des heutigen Klinikums an der August-Bebel-Straße gelegt.

 

1944: Operieren im Bunker
„Aber nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs war ein Notkrankenhaus wichtiger“, sagt Roosen. Unter der Leitung des damaligen Werksarztes von Opel wurde in einem Bunker 1944 eine OperationsabteiIung mit 30 Betten in Betrieb genommen. Nach Kriegsende baute Opel ein Behelfskrankenhaus in den Räumen der Opel-Villa auf – auch dieses Motiv wird im Neubau zu sehen sein.

 

Erst Patient, jetzt Chef
Mit der Übernahme der Verwaltung durch die Stadt im September 1945 war formell das erste „Stadtkrankenhaus Rüsselsheim“ geboren. Im Frühjahr 1952 beschloss die Stadtverordnetenversammlung die Pläne für ein Rüsselsheimer Krankenhausgelände. Nach rund dreijähriger Bauzeit konnte im Juni 1956 die Eröffnung des Stadtkrankenhauses gefeiert werden. Das seitherige Krankenhaus schloss am 1. Juli 1956 seine Pforten. „Bei der Eröffnung des neuen Krankenhauses war ich als Kind dabei“, erinnert sich Roosen. Als Dreijähriger wurde er wegen eines Schlüsselbeinbruchs noch in den Opelvillen behandelt.

 

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Friedel Roosen, Geschäftsführer des GPR-Klinikums und Initiator der Aktion, zeigt auf den Neubau Bettenhaus C. Dort soll im Frühjahr 2015 eine Kunstinstallation eingeweiht werden, bei der eine Skulptur von Adam Opel im Mittelpunkt steht.

 

Der heutige Leiter der Einrichtung ist bekennender Fan des Autobauers. „Ich fahre schon mein ganzes Leben Opel.“ Sein erster Wagen war ein 1700er Rekord L, gefolgt von einem Manta. „Das Highlight für mich war aber ein Monza.“ Mindestens so begeistert wie von Opel ist Roosen auch von seiner Heimat Rüsselsheim. Er ist dort geboren, aufgewachsen – und geblieben. Auch Wenzel ist in Rüsselsheim aufgewachsen; der Künstler hat dort schon mehrere Werke gestaltet, unter anderem eine Unterführung bebildert. Außerdem wird er die Fenster für die ebenfalls neue Kapelle am Klinikum gestalten. Von Roosens Idee angesteckt, hat er sich mit Begeisterung an die Modellierung der Bronze-Skulptur gemacht.

 

Rüsselsheim als Gegenstand einer Kunstaktion
Damit sind Wenzel und Roosen wie Adam Opel ein Paradebeispiel für die Aktion, die der Klinikchef außerdem ins Leben gerufen hat: Neben der Figur von Opel und dem Oldtimer sollen auf zwei Ebenen Porträts von waschechten wie überzeugten Rüsselsheimern gezeigt werden. „Geboren in Rüsselsheim“ ist die eine, „Wir stehen zu Rüsselsheim“ die andere Installation überschrieben. Letztere ist für Menschen gedacht, die vielleicht nicht in Rüsselsheim wohnen, sich aber durch ihre Arbeit mit der Stadt verbunden fühlen – wie die Mitarbeiter von Opel etwa.

 

Aufruf: Macht Schwarz-Weiß-Fotos!
Mitmachen kann jeder (siehe Infokasten). Je 63 Schwarz-Weiß-Fotos sollen auf insgesamt zwölf gläsernen Stelen aufgebracht, mit wechselnden Farbverläufen hinterleuchtet und links und rechts neben dem Opel-Portal aufgestellt werden. Insgesamt können 756 Menschen so ihre Verbundenheit mit der Stadt zeigen.

„Die Stadt ist lebendig und sie ist schön“, sagt Roosen. „Deshalb sollen zusätzlich viele Bilder mit Motiven aus der Umgebung die Flure zieren, Flora und Fauna genauso wie Gebäude.“ Dass Patienten sich wohl fühlen, meint Roosen, fördert die Genesung. Und schon Adam Opel wollte schließlich, dass die Menschen im Rüsselsheimer Krankenhaus schnell gesunden.

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Fotoaktion

Wer an der Aktion „Geboren in Rüsselsheim“ beziehungsweise „Wir stehen zu Rüsselsheim“ teilnehmen will, muss über 18 Jahre alt sein und eine der beiden genannten Bedingungen erfüllen. Die Fotos werden mit Vornamen, dem ersten Buchstaben des Nachnamens und dem Geburtsjahr versehen.

Porträtfotos können geschickt werden an: GPR, Mediengestaltung, Barbara Kaus, August-Bebel-Straße 59, 65428 Rüsselsheim oder an kausb@gp-ruesselsheim.de.

Vor- und Nachname, Postanschrift, Telefonnummer und Geburtsjahr müssen laut GPR-Klinikum unbedingt angegeben werden, damit ein Zustimmungsschreiben und das in schwarz-weiß gewandelte Foto dem Absender zugeschickt werden können.