Geduldig wartet der Corsa GSE vor dem gläsernen Eingang des Opel-Werks bei Saragossa. Drinnen stehen sechs Generationen des Kleinwagens. Seit 1982 wird der Corsa hier gebaut, Ende 2021 waren bereits elf Millionen Exemplare produziert.
Im Werk ist der kleine Opel mehr als ein Auto. Er gehört zur Region. Er ist ihr Baby. Unser spanischer Begleiter führt uns mit sichtlichem Stolz durch die Geschichte, drückt uns den GSE-Schlüssel in die Hand und sagt: „Gute Reise.“ Die Mission ist klar: Ab 12. Oktober wird der Corsa GSE auf dem Pariser Autosalon erstmals öffentlich präsentiert. Und wir bringen ihn dorthin.


1.555 Kilometer bis Paris
Saragossa schrumpft im Rückspiegel, vor uns wachsen die Pyrenäen. Auf den ersten Kilometern gibt sich der GSE entspannt. Fast könnte man vergessen, was unter seiner Hülle steckt: 281 PS, 345 Newtonmeter Drehmoment an der Vorderachse, ein tiefergelegtes Sportfahrwerk, Torsen-Sperrdifferenzial und 18-Zöller mit Michelin Pilot Sport 4S. Dann kommen die ersten Kurven. Sportmodus an, Fahrpedal drücken – und der Corsa springt nach vorn.
Besonders beeindruckt die Vorderachse. 281 PS auf den Vorderrädern sind normalerweise eine herzliche Einladung zum Untersteuern. Das Torsen-Differenzial hält dagegen. Unter Zug zieht der Opel so gierig in die Kurve, statt über die Vorderräder nach außen zu schieben. Das macht Spaß. Und zeigt: Hier wurde nicht einfach ein stärkerer Elektromotor in einen Corsa gesteckt. Fahrwerk, Stabilisatoren, Hydro-Stoßdämpfer und Reifen sind konsequent auf Performance abgestimmt. Damit liegt er satt und sicher.
Unter Zug zieht der Corsa GSE so gierig in die Kurve, statt über die Vorderräder nach außen zu schieben. Das macht Spaß.





Die spanische Seite der Pyrenäen wirkt karg und einsam. Erste Ladepause im Nirgendwo: In 20 Minuten geht es von 20 auf 80 Prozent. Mit der tief stehenden Sonne rollt der Opel durch Pamplona. Die Ladesäulen in der zentralen Tiefgarage. sind nagelneu, können aber nicht überzeugen. Dafür beeindruckt das Stierkampf-Erbe der Stadt. Kurz vor Mitternacht überqueren wir die französische Grenze. Es geht bergab, das bringt Energie zurück in den Akku. Rekuperation statt Bremsstaub. Atlantik statt Pyrenäen
Am nächsten Morgen schlagen die Wellen von Saint-Jean-de-Luz gegen die Küste. Statt trockener Berge gibt es grüne Hänge, Atlantik und Surfer. Biarritz setzt noch einen drauf: elegante Hotels, Cafés und dutzende Surfer vor der Küste. California-Vibes! Der Corsa wuselt durch die Gassen und parkt vor einem Café. Der Kaffee kann was.
Nach einem Tag voller Bergstraßen und Kurvensprints zeigt sich: Der GSE kann nicht nur schnell. Er kann auch Roadtrip.






Nördlich von Biarritz säumen Pinienwälder die Straße, dazwischen schimmern Seen. Der Corsa passt perfekt: kompakt, übersichtlich und schnell genug für spontane Überholmanöver. Bei Biscarrosse wartet die Dune du Pilat. Europas höchste Sanddüne türmt sich mehr als 100 Meter zwischen Wald und Atlantik auf. Oben reicht der Blick über die Bucht von Arcachon und das Meer.
Nach einem Tag voller Bergstraßen und Kurvensprints zeigt sich: Der GSE kann nicht nur schnell. Er kann auch Roadtrip. Wir sind zu dritt unterwegs und haben ordentlich Gepäck dabei. Eine Hälfte der 40:60 geteilten Rückbank ist umgelegt, das Gepäck nach vorne durchgeladen. Nicht luxuriös, aber erstaunlich praktisch. Vorne wird es sportlicher: bequeme Sportsitze, GSE-Grafiken, G-Kräfte, Beschleunigungswerte und Batteriedaten. Gelbe Details bringen Farbe ins Cockpit.
Die Straßen werden gerader, die Kilometer länger. Auf der Autobahn zeigt der GSE seine entspannte Seite: stabil, leise.




803 Kilometer bis Paris
Bordeaux sehen wir leider nur im Schnelldurchlauf. Die Fassaden am Place de la Bourse, kleine Gassen und die Garonne machen Lust auf mehr. Aber Paris wartet.
Über Nantes, Angers und Tours schmeckt der Roadtrip kurz nach Langstrecke. Die Straßen werden gerader, die Kilometer länger. Auf der Autobahn zeigt der GSE seine entspannte Seite: stabil, leise und mit funktionierenden Assistenzsystemen. 130 km/h sind ein gutes Reisetempo. Auch das Laden funktioniert in Frankreich erstaunlich unkompliziert. Viele Säulen lassen sich direkt per Kreditkarte bedienen. Preislich liegen wir häufig bei rund 49 Cent pro Kilowattstunde.
In Tours übernachten wir ein letztes Mal. Die langsame Ladesäule vor dem Hotel kassiert eine Blockiergebühr. Frech! Als Entschädigung hüllt der frühe Morgen die Loire in ein Nebelkleid. Ein letzter ruhiger Moment, bevor der Großstadtdschungel beginnt. Dann Paris.
Enge Straßen, dichter Verkehr, spontane Spurwechsel – der Corsa fühlt sich sofort wohl. Wo jedes SUV ins Schwitzen kommt, huscht der kleine Opel mühelos durch die Stadt. Am Arc de Triomphe ist wie üblich viel los, am Louvre kaum weniger. Wir sammeln ein paar Erinnerungsbilder und umrunden den Eiffelturm. Natürlich braucht niemand 281 PS, um in Paris von Ampel zu Ampel zu fahren. Und doch macht genau diese Kombination den GSE so interessant. Er kann sanft und kraftvoll.
Enge Straßen, dichter Verkehr, spontane Spurwechsel – der Corsa fühlt sich im Pariser Stadtverkehr sofort wohl.






Mission erfüllt
An der Porte de Versailles endet unsere Reise. Genau hier bekommt der Corsa GSE seinen ersten öffentlichen Auftritt. Auf dem Pariser Autosalon vom 12. bis 18. Oktober 2026 zeigt Opel den neuen Elektro-Sportler erstmals dem Publikum. Hinter uns liegen 1.555 Kilometer und neun Ladestopps. Dazu Pyrenäen, Atlantikküste, Sanddüne, französische Landstraßen, Autobahnen und Pariser Verkehrschaos. Der Corsa war auf dieser Reise Sportler, Langstreckenauto, Stadtauto und Gepäcktransporter. Vor allem aber hat er gezeigt, dass 281 PS in einem Elektro-Kleinwagen mehr sein können als eine beeindruckende Zahl im Datenblatt.
Man braucht sie nicht. Aber wenn die Straße plötzlich kurvig wird, der Verkehr nachlässt und der Sportmodus aktiviert ist, sind sie da. Und dann bekommt man das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht. Dafür steht GSE.
Oktober 2026