At the international launch in Madrid, we talked to Calle Carlberg (right) and Tom Heindrichs about the new Opel Mokka GSE Rally, teamwork and their path to rally success.

Ein Chat mit Champions

Bei der internationalen Fahrvorstellung des neuen Opel Mokka GSE in Madrid haben wir mit Junior-Europameister Calle Carlberg und dem amtierenden ADAC Opel Electric Rally Cup-Champion Tom Heindrichs über das Engagement von Opel im Rallye-Nachwuchs, ihre langfristigen Ziele und die enge Bindung zu ihren Co-Piloten gesprochen. Beide Fahrer sind sich einig: Ohne die Unterstützung von Opel Motorsport wären sie heute nicht da, wo sie sind.

Opel Post: Zunächst einmal vielen Dank für eure Zeit – und herzlichen Glückwunsch zu euren Erfolgen in dieser Saison. Wenn ihr jeweils ein persönliches Highlight des Jahres auswählen müsstet, welches wäre das?


Calle Carlberg: Für mich war es der Sieg in Tschechien. Die Rallye war wirklich schwierig für uns, aber als wir die Ziellinie überquerten und realisierten, dass wir gemeinsam mit Opel und allen, die uns unterstützt haben, den Europameistertitel geholt hatten – das war einfach ein unglaubliches Gefühl. So intensive Emotionen hatte ich zuvor noch nie erlebt. Es fühlte sich surreal an – aber unglaublich besonders.

Tom Heindrichs: Bei mir lief es tatsächlich auf die letzte Wertungsprüfung der Saison hinaus. Wir kamen als Zweite in der Meisterschaft nach Österreich, und alles hing an der finalen Wertungsprüfung, der Power Stage. Leider ist Sito (Alex Espanol, der bis dahin Führende) von der Strecke abgekommen und hat sich überschlagen. Als wir hörten, dass es ihm gut geht, kamen die Emotionen hoch. Es war ein großartiger Moment, und es fühlte sich einfach richtig gut an.

„Co-Piloten sind wie Freundinnen.“

Opel Post: Anders als in vielen anderen Motorsportarten hängt der Erfolg im Rallyesport nicht nur vom Fahrer ab. Wie wichtig ist die Beziehung zwischen Fahrer und Beifahrer?

Calle Carlberg: Sie ist absolut entscheidend. Wenn man sich die Ergebnisse dieses Jahres und meiner bisherigen Karriere anschaut, kommt es immer auf Teamwork an. Man verbringt so viel Zeit gemeinsam im Auto, unter Druck – da muss die Verbindung perfekt sein. Jede Sekunde zählt, und höchste Präzision ist gefordert. Es geht nicht nur um die Ansagen, sondern um Vertrauen, Kommunikation und gegenseitiges Verständnis. (lacht) Es ist fast so, als hätte man eine Freundin – nur eben im Rallyeauto. Man muss wirklich harmonieren und zusammenarbeiten können. Mit dem Co-Piloten verbringt man mehr Zeit als mit vielen Menschen im privaten Leben.

Tom Heindrichs: Ja, genau. Man ist so lange zusammen, dass man sich gegenseitig komplett verstehen muss. Und ich sehe meinen Beifahrer öfter als meine Freundin. Und es geht nicht nur um das Fahren – es sind auch die Vorbereitung, die Organisation und alles, was außerhalb des Autos passiert. Ohne diese Verbindung wäre es unmöglich.

Opel Post: Ihr beide wirkt sehr ruhig und bodenständig. Wie wichtig ist das für den Erfolg im Rallyesport?

Calle Carlberg: Jeder ist typmäßig anders, aber ich denke, dass Bodenständigkeit dabei hilft zu wachsen. Wenn man glaubt, besser zu sein als alle anderen, hört man auf zu lernen. Ich versuche immer, von anderen zu lernen – auch von meinen Konkurrenten. Diese Haltung hilft einem, höhere Ziele zu erreichen.


Tom Heindrichs:
Geschwindigkeit macht dich nicht zu einem besseren Menschen. Entscheidend ist, wie du die Menschen um dich herum behandelst – dein Team, deine Unterstützer, deine Fans. Man muss menschlich und respektvoll bleiben, egal wie schnell man unterwegs ist.

„Das Nachwuchssystem von Opel
ist absolut entscheidend.“

Der Schwede Calle Carlberg, Jahrgang 2002, ist amtierender Junior-Europameister. Er durchlief das Opel Motorsport-Nachwuchsprogramm und machte sich mit konstant starken Leistungen im Opel Corsa Rally Electric einen Namen.
Tom Heindrichs, Jahrgang 2001, stammt aus Belgien. Nach seinem Gesamtsieg im ADAC Opel Electric Rally Cup dieses Jahr wird er ins ADAC Opel Rally Junior Team wechseln und nächstes Jahr auf Titeljagd in der Europameisterschaft gehen.

Opel Post: Ihr habt beide das Nachwuchsprogramm von Opel Motorsport absolviert. Wie wichtig sind solche Wettbewerbe für junge Rallyefahrer?

Calle Carlberg: Für mich war es absolut entscheidend. Motorsport – und speziell Rallye – ist unglaublich teuer. Ich hatte keine großen Sponsoren oder familiären Rückhalt, also war der Opel Electric Rally Cup der einzige realistische Weg für mich. Er hat mir die Chance gegeben zu zeigen, was ich kann. Ohne ihn wäre ich heute ehrlich gesagt nicht hier.


Tom Heindrichs:
Bei mir war es ganz ähnlich. Ich war vorher schon gefahren und hatte sogar Meistertitel in Belgien gewonnen, aber es gab keinen klaren nächsten Schritt. Deshalb war es sehr spannend, im Electric Cup starten zu können. Das Wettbewerbsniveau im Cup ist wirklich hoch. Jede Prüfung zählt, und man kann sich keine Fehler leisten. Dadurch entwickelt man sich als Fahrer enorm weiter. Der Sieg im Opel Cup hat mir nun den Weg auf die europäische Bühne geöffnet – und ich freue mich jetzt schon auf die nächste Saison.

Opel Post: Was sind eure langfristigen Ziele im Rallyesport?

Calle Carlberg: Der ultimative Traum ist natürlich, Weltmeister zu werden. Aber wir wissen, dass es ein langer Weg ist. Im Moment geht es darum, realistische Ziele zu setzen und Schritt für Schritt voranzukommen. Rallye ist mein Beruf, und ich möchte das noch viele Jahre machen.


Tom Heindrichs: Die Weltmeisterschaft ist ebenfalls mein größtes Ziel, aber im Moment liegt der Fokus auf meiner Entwicklung – und auf dem ADAC Opel Junior Team. Jeden Schritt sauber zu gehen und mich in jeder Saison weiterzuentwickeln, das hat jetzt Priorität.

Stark, schnell, kompromisslos: Der Opel Mokka GSE Rally bei vollem Einsatz auf dem „Circuito de Madrid Jarama – RACE“.
Von Ende der 1960er bis Anfang der 1980er Schauplatz großer Formel-1-Triumphe: Stewart, Fittipaldi, Lauda und weitere Größen feierten hier ihre Siege.
Calle Carlberg (hier im Foto links) und Tom Heindrichs waren beim Media Event in Madrid dabei, um Journalisten das GSE-Rallye-Feeling nahe zu bringen.
Warmmachen für die Saison 2026: Bereits seit einigen Monaten durchläuft der neue Opel Mokka GSE Rally ein intensives Test- und Entwicklungsprogramm.
Das weltweit erste nach dem neuen FIA eRally5-Reglement konzipierte Rallyefahrzeug ersetzt ab kommender Saison den Corsa Rally Electric. 

Opel Post: Wie groß ist der Unterschied zwischen dem Opel Corsa Rally Electric und dem Opel Mokka GSE Rally?

Calle Carlberg: Der Schritt ist enorm. Der Mokka GSE hat doppelt so viel Leistung. Hier auf der Rennstrecke fühlt er sich perfekt an, aber auf Rallye-Prüfungen ist er sehr intensiv. Ich hatte dieses Jahr das Vergnügen, ihn bei der Central European Rally zu fahren. Er ist schnell, stabil und unglaublich aufregend – und kommt leistungsmäßig bereits nahe an ein Weltmeisterschaftsauto heran. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h ist es verrückt zu sehen, wie die Bäume auf den schmalen Straßen, auf denen wir bei einer Rallye unterwegs sind, nur so vorbeifliegen.


Tom Heindrichs: Als ich den Mokka GSE Rally das erste Mal gefahren bin, war es sogar etwas einschüchternd. Kalte Reifen, nasse Bedingungen und plötzlich all diese Power. Aber sobald man sich daran gewöhnt, macht es unglaublich viel Spaß. Er liefert genau das Adrenalin und die Begeisterung, die man als Rallyefahrer sucht.

„Plötzlich all diese Power.“

Opel Post: Journalisten hatten die Gelegenheit, mit euch im Auto mitzufahren. Wie haben sie reagiert?

Calle Carlberg: Wenn man von außen zuschaut, bekommt man nicht das echte Gefühl dafür. Innen bewegt sich alles, die Geschwindigkeit wirkt extrem und man muss Entscheidungen in Sekundenbruchteilen treffen. Einige Journalisten haben mir gesagt, dass sie nun verstehen, warum ich Europameister bin. Eine Rallyeprüfung ist allerdings noch einmal etwas völlig anderes – und noch intensiver.


Tom Heindrichs: Ich hatte ein paar Journalisten, die zum ersten Mal in einem Rallyeauto saßen, und ihre Reaktionen waren großartig. Sie sind alle mit einem breiten Grinsen ausgestiegen, was wirklich cool war. Wie Calle sagte: Das Auto auf der Rennstrecke zu erleben ist das eine, aber es ist für Rallye gebaut – und auf einer echten Rallyeprüfung ist es noch beeindruckender.


OMG! Vom Rallye-Einsatz auf die Straße: Der Mokka GSE profitiert von Opels Pionierarbeit im elektrischen Motorsport.

November 2025

Interview: Antonia Schmidt und Mark Bennett, Fotos: Andreas Liebschner und Dani Heyne