
Wenn Pasquale Di Paola bei einem Kunden vorfährt, beginnt das Staunen meist mit einem Blick auf den Tacho. Mehr als 543.000 Kilometer! Und das in einem Opel Corsa C Sport aus dem Jahr 2001. Wer dann noch den gepflegten Innenraum und die Karosserie sieht, kann es kaum glauben. „Die Leute bleiben sprachlos zurück“, erzählt der Italiener begeistert.
Pasquale Di Paola lebt in Guardia Sanframondi, einem kleinen mittelalterlichen Ort in Kampanien, umgeben von Weinbergen und Olivenhainen. Er ist selbstständiger Spezialist für Autoscheibentönungen und arbeitet für Autohäuser, Karosseriebetriebe und Werkstätten. Sein Service ist mobil, entsprechend viel sitzt er hinter dem Steuer: 150 bis 200 Kilometer am Tag. Sein treuer Begleiter ist seit 2004 ein silbergrauer Opel Corsa C Sport mit 1,7-Liter-Dieselmotor und 75 PS.
Damals hatte der Dreitürer gerade einmal 40.000 Kilometer auf dem Tacho. Heute sind es mehr als eine halbe Million. Das Erstaunliche: Der Motor ist noch immer der erste. Weder Zylinderkopf noch Motorblock wurden jemals geöffnet. Auch Einspritzdüsen, Kraftstoffpumpe und Steuergeräte sind original.
„Angelo ist extrem präzise und ich bin absolut penibel – die perfekte Kombination!“
– Pasquale Di Paola über seinen Mechaniker Angelo Daddona –





Zwei Perfektionisten, ein Corsa
Wie schafft man das? Für Di Paola ist die Antwort klar: mit Disziplin, Sorgfalt – und dem richtigen Mechaniker. Alle 10.000 Kilometer bekommt der Corsa frisches Öl und neue Filter, alle 60.000 Kilometer einen neuen Zahnriemen. Dazu tankt sein Besitzer seit Jahren ausschließlich Premium-Diesel. Eine entscheidende Rolle spielt Angelo Daddona, Mechaniker und Tuner mit Erfahrung in der Vorbereitung von Rallyefahrzeugen. Di Paola schwärmt von dessen Können und seiner Liebe zum Detail. „Er arbeitet mit einer fast schon manischen Präzision, Sauberkeit und Perfektion“, erzählt er. Besonders schätzt er, dass Daddona ihm jeden Arbeitsschritt erklärt. „Ich habe unglaublich viel von ihm gelernt und lerne jeden Tag weiter dazu.“
Die beiden haben sich gesucht und gefunden. „Angelo ist extrem präzise und ich bin absolut penibel – die perfekte Kombination!“, sagt Di Paola. Ganz ohne Reparaturen ging es natürlich nicht. Bei rund 400.000 Kilometern wurden Kupplung und Stoßdämpfer erneuert. Auch das Kühlsystem haben die beiden vorsorglich überarbeitet: mit neuen Schläuchen, einem neuen Wärmetauscher und einem originalen GM-Kühlmittelbehälter. Eine reparierte Klimaanlagenleitung sorgt dafür, dass der Corsa auch an heißen italienischen Tagen angenehm kühl bleibt.
„Vielleicht ist das eher mein persönlicher Traum. Aber ich bin fest davon überzeugt, dass wir es schaffen.“
– Pasquale Di Paola über das Ziel von 800.000 Kilometern –


Doch für Di Paola geht es um mehr als zuverlässige Technik. Er möchte seinen Corsa möglichst originalgetreu erhalten. Deshalb ließ er das Sportlenkrad mit mikroperforiertem Leder neu beziehen. Die originalen Sportsitze, der Lederschaltknauf und die charakteristischen Details der Sport-Ausstattung sind ebenfalls erhalten geblieben. Selbst die alten Kabelschutzhüllen im Motorraum haben er und Daddona sorgfältig neu isoliert und befestigt. Und wenn der Diesel anspringt? „Einfach wow! Er klingt wunderschön“, schwärmt Di Paola.
Der Corsa ist für den Italiener längst mehr als ein Arbeitsgerät. Er hat ihn auf unzähligen Fahrten quer durch Italien begleitet – zu Kunden, in den Urlaub, auf großen und kleinen Reisen. Überall war der Wagen dabei. Nur nachts bekommt der Kilometer-Held eine Pause. Dann steht er geschützt in der Garage seines Besitzers. Und zwar fast immer. „Die einzigen Ausnahmen sind die Nächte, in denen wir im Urlaub unterwegs sind“, erzählt Di Paola.
25 Jahre ist der Corsa inzwischen alt, 22 davon hat er mit seinem heutigen Besitzer verbracht. An einen Abschied denkt Di Paola trotzdem nicht. Im Gegenteil: Gemeinsam mit Angelo Daddona hat er bereits die nächste große Marke im Blick. 800.000 Kilometer sollen es werden. „Vielleicht ist das eher mein persönlicher Traum“, räumt Di Paola ein. „Aber ich bin fest davon überzeugt, dass wir es schaffen.“ Und dann verspricht er, sich wieder bei der Opel Post zu melden. Denn die Geschichte seines Corsa ist für ihn noch lange nicht zu Ende.
„To be continued …“
November 2026