Mitch Evans, Opel GSE Formula E

OMG. It’s Mitch!

Der Überraschungsmoment ist perfekt. Noch bevor die internationalen Medienvertreter den neuen Opel Corsa GSE erstmals über die Teststrecke des Driving Camp Pachfurth bewegen dürfen, bittet Marketingchefin Rebecca Reinermann die Gäste ins Foyer. Dort wartet bereits der Opel GSE 27FE – jener Hightech-Rennwagen, mit dem die Marke aus Rüsselsheim in der kommenden Saison erstmals in der ABB FIA Formel-E-Weltmeisterschaft antritt.

„Sie sind heute die Ersten, die unseren zweiten Formel-E-Fahrer kennenlernen“, sagt Reinermann. Bis zur offiziellen Bekanntgabe am nächsten Morgen gilt Sperrfrist. Dann gleitet der Vorhang zur Seite: Mitch Evans betritt den Raum. Der erfolgreichste Fahrer der Formel E komplettiert das Fahrerteam des neuen Opel GSE Formula E Teams.

Wer sich im Kosmos der Formel E bewegt, kommt an seinem Namen nicht vorbei. Mit 16 Siegen ist der 32-jährige Neuseeländer der erfolgreichste Fahrer in der Geschichte der Rennserie. Zehn Jahre lang prägte er ein Werksteam als Fahrer und Entwickler mit. Nun beginnt für Evans und Opel mit der neuen GEN4-Generation ein gemeinsames Kapitel. „Nach zehn Jahren bei einem Hersteller war es Zeit für eine frische Herausforderung“, sagt Evans. „Mit der neuen GEN4-Generation ist der perfekte Moment gekommen, etwas Neues zu beginnen.“

„Ich habe sofort gespürt, wie viel Energie und Leidenschaft Opel in das Formel-E-Projekt steckt.“

– Mitch Evans –

Gemeinsames Ziel: Marketingchefin Rebecca Reinermann, Teamchef Jörg Schrott und Mitch Evans mit dem Opel GSE 27FE. Opel will an der Spitze mitfahren.
Neues Kapitel: Nach zehn Jahren Formel E sucht Mitch Evans eine neue Herausforderung. Mit Opel startet der neuseeländische Rekordsieger in die GEN4-Ära.
Mitch Evans‘ erste Testfahrten im Opel GSE 27FE beschreibt Jörg Schrott als „magischen Moment“.
Für den Opel Motorsport-Direktor und Teamchef passt Evans nicht nur sportlich, sondern auch menschlich ins Team.
Grand Sport Electric: Ab der Saison 2026/27 wird die Formel E zur sportlichen Spitze des elektrischen Opel-Motorsports.

„Wir gehen mit unserem Dream-Team an den Start. Mitch war von Anfang an unser Wunschkandidat“, betont Opel Motorsport-Direktor und Teamchef Jörg Schrott. „Seine Verpflichtung unterstreicht die Ernsthaftigkeit des gesamten Projekts. Wir senden damit eine klare Botschaft: Wir kommen in die Weltmeisterschaft, um an der Spitze zu fahren.“

Teamplayer mit Rekordbilanz

Gemeinsam mit dem 22-jährigen Théo Pourchaire bildet Evans ein Fahrerduo, das zwei Generationen vereint: Formel-E-Erfahrung trifft auf eines der größten Nachwuchstalente des internationalen Motorsports. Komplettiert wird das Team durch Test- und Entwicklungsfahrerin Sophia Flörsch, die die Entwicklung des Opel GSE 27FE von Beginn an begleitet.

Für Evans fühlt sich der Wechsel zu Opel wie der logische nächste Schritt zur richtigen Zeit an. Nach einem dramatischen Finalwochenende in London blieb ihm der erste WM-Titel seiner Karriere zwar erneut hauchdünn verwehrt, seine Motivation ist jedoch ungebrochen. „Der WM-Titel bleibt für mich ganz klar das große Ziel. In dieser Hinsicht habe ich in der Formel E noch eine Rechnung offen.“

„Wir kommen in die WM,
um an der Spitze zu fahren.“

– Teamchef Jörg Schrott–

Im Gespräch mit den Journalisten im österreichischen Pachfurth wirkt Evans ruhig und konzentriert. Auf die Frage, warum er sich für Opel entschieden habe, spricht er nicht zuerst über das Auto, sondern über die Menschen. Schon bei den ersten Gesprächen habe er gespürt, „wie viel Energie und Leidenschaft“ in dem Projekt stecke. Alle arbeiteten auf dasselbe Ziel hin.

Dazu passt, wie Evans über Motorsport spricht: selten von „ich“, fast immer von „wir“. Große Erfolge erklärt er mit Teamarbeit, Strategie und Liebe zum Detail. Talent allein reiche nicht aus. „Neben seiner unbestrittenen sportlichen Ausnahmeklasse passt er auch menschlich perfekt in unser Team“, sagt Schrott. Evans’ erste Testfahrt im Opel GSE 27FE beschreibt er als „magischen Moment“: Schon nach wenigen Runden habe man gespürt, wie schnell Fahrer und Fahrzeug zueinanderfinden.


Théo Pourchaire – das Ausnahmetalent

Kaum ein Nachwuchsfahrer hat in den vergangenen Jahren so früh auf sich aufmerksam gemacht wie Théo Pourchaire. Bereits als Teenager galt der Franzose als eines der größten Talente im internationalen Motorsport. 2023 gewann er die FIA-Formel-2-Meisterschaft, anschließend sammelte er Erfahrungen als Entwicklungsfahrer in der Formel 1 und als Stammpilot in der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft.

Mit dem Wechsel zu Opel schlägt der 22-Jährige nun ein neues Kapitel auf. In der Formel E soll er sein Talent in einem neu aufgebauten Werksteam entfalten – und gemeinsam mit den Ingenieurinnen und Ingenieuren die Zukunft des elektrischen Motorsports mitgestalten.


Sophia Flörsch –
mehr als Testfahrerin

Sophia Flörsch nimmt im Opel GSE Formula E Team eine Schlüsselrolle ein. Als Test- und Entwicklungsfahrerin begleitet sie die Entstehung des Opel GSE 27FE von Beginn an. Ihre Aufgabe: Erkenntnisse aus den Testfahrten in die Weiterentwicklung des Fahrzeugs einfließen lassen.


Die 25-Jährige bringt Erfahrung aus der Formel 3, der Langstrecken-Weltmeisterschaft und dem 24-Stunden-Rennen von Le Mans mit. Gleichzeitig engagiert sie sich für mehr Vielfalt im Motorsport und startet parallel im ADAC Opel GSE Rally Cup. Damit verbindet sie gleich zwei elektrische Motorsportprogramme von Opel – auf der Rallyepiste und in der Formel E.


Auf die Frage nach seiner ersten Verbindung zu Opel muss Evans schmunzeln. Kein Rennen. Kein Werbespot. Sondern eine Spielkonsole. „Ich kenne Opel tatsächlich aus den DTM-Spielen auf der PlayStation“, erzählt er. Für einen Jungen aus Neuseeland war das die erste Begegnung mit der Marke mit der langen Motorsport-Historie.

Know-how für die Serie

Dass Mitch Evans seinen ersten offiziellen Auftritt mit Opel-Blitz ausgerechnet im Rahmen der Testfahrten des neuen Corsa GSE feiert, ist kein Zufall. Es ist Ausdruck der GSE-Strategie: Motorsport und Serienentwicklung wachsen noch enger zusammen. Die Formel E ist dabei weit mehr als eine Rennserie. Sie dient Opel als Technologielabor. „Erkenntnisse aus Entwicklung und Rennbetrieb sollen künftig direkt in die elektrischen High-Performance-Modelle der Marke einfließen“, betont Rebecca Reinermann.

Das beste Beispiel wartet direkt vor der Tür. Wenige Minuten nach der Fahrerpräsentation nehmen die Gäste im neuen Corsa GSE Platz. Auf der Teststrecke erleben sie, wie viel Motorsport bereits in dem vollelektrischen Serienmodell steckt – vom aus dem Rallyesport abgeleiteten Fahrwerkskonzept bis zum mechanischen Torsen-Sperrdifferenzial. Renntechnik für den Alltag.

„Erkenntnisse aus Entwicklung und Rennbetrieb fließen direkt in unsere elektrischen High-Performance-Modelle.“

– Opel-Marketingchefin Rebecca Reinermann –

Mit GEN4 gewinnt die Aerodynamik in der Formel E deutlich an Bedeutung. Das Opel GSE Formula E Team untersucht im Windkanal den Luftstrom am GSE 27FE unter möglichst realitätsnahen Bedingungen.
Erstmals kommen in der Formel E zwei Aerodynamik-Konfigurationen zum Einsatz. Eine reduziert den Luftwiderstand im Rennen, die andere erzeugt mehr Abtrieb für schnelle Qualifying-Runden.
Auf dem Rollband lassen sich aerodynamische Lasten und die Balance des Abtriebs präzise erfassen. Die Messwerte helfen, das spätere Setup vorzubereiten.
Der GEN4-Rennwagen leistet bis zu 600 kW (816 PS), verfügt über permanenten Allradantrieb und beschleunigt in deutlich unter zwei Sekunden von 0 auf 100 km/h.
Windkanal, Prüfstand, Simulator und Testfahrten greifen ineinander. „Wir haben einen klaren Plan, und dieser Plan wird abgearbeitet“, sagt Teamchef Jörg Schrott.

Mit der Fahrerpräsentation in Pachfurth steht das Formel E-Fahrerteam – und der nächste Meilenstein bereits bevor. Im Oktober präsentiert Opel auf der Paris Motor Show gemeinsam mit Mitch Evans und Théo Pourchaire das finale Design des Opel GSE 27FE. „In gut hundert Tagen dann schalten die Startampeln auf Grün“, sagt Jörg Schrott. Das Formel-E-Abenteuer beginnt konkret am 18. Dezember in Jeddah, Saudi-Arabien.

Der Countdown läuft

Bis dahin wird weiter entwickelt, getestet und abgestimmt. Die Mannschaft steht. Fahrer, Fahrzeug und Team wachsen weiter zusammen. Das Ziel für die erste Saison ist klar: Opel will nicht nur ankommen in der Formel E, sondern von Beginn an vorne mitfahren.


August 2026

Text: Tina Henze, Fotos: Dani Heyne/Opel, Andreas Liebschner/Opel, Opel Motorsport