Aus Plänen werden Räume. Wo künftig Teams zusammenarbeiten, Ideen entstehen und neue Modelle entwickelt werden, nimmt der grEEn-campus Gestalt an. Vor gut eineinhalb Jahren erkundeten Opel-Mitarbeitende den Campus noch mit VR-Brillen. Jetzt steht der Rohbau der zentralen Gebäudeteile weitgehend. Das Richtfest markiert den nächsten Schritt: Nach und nach beginnt der Innenausbau.
Der grEEn-campus wird weit mehr als eine Büroadresse. Auf 114.000 Quadratmetern – rund 16 Fußballfeldern – ziehen neben der globalen Opel-Zentrale und der Deutschlandzentrale von Stellantis auch Forschung, Entwicklung und Design ein. Auch ein Parkhaus gehört zum Gelände. Vom ersten Entwurf bis zur technischen Entwicklung der Opel-Modelle von morgen kommt damit vieles an einem Ort zusammen. „Wir schaffen hier ein modernes und nachhaltiges Arbeitsumfeld, das die Bedürfnisse unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Mittelpunkt stellt und Raum für Zusammenarbeit, Kreativität und Innovation bietet“, sagt Opel-CEO Florian Huettl.
„Wir schaffen hier ein modernes und nachhaltiges Arbeitsumfeld.“
– Florian Huettl, Opel-CEO –





Die Visualisierungen zeigen, wie sich das Gelände verändern wird: Zwischen den Gebäuden entsteht ein begrünter Campus mit Aufenthaltsbereichen und kurzen Wegen. Offene, flexibel nutzbare Arbeitsbereiche sollen den Austausch erleichtern. Auch auf den Dächern wird es grün. Dort treffen begrünte Flächen auf Photovoltaikanlagen. Sie liefern Strom, fördern Biodiversität und Mikroklima und helfen bei der Kühlung. Für den gesamten Campus wird eine DGNB-Zertifizierung in Gold angestrebt; auch CO₂-Fußabdruck und Wohngesundheit spielen bei Bau und Materialien eine Rolle.
Der ungewöhnlichste Teil des Energiekonzepts liegt allerdings dort, wo man ihn nicht sieht: unter dem Parkhaus. Dort entsteht ein oberflächennahes Geothermiesystem, das zu den größten seiner Art in Deutschland zählen soll. Der Boden dient als Wärmespeicher. Zusammen mit Wärmepumpen soll die Geothermie die Gebäude im Winter heizen und im Sommer kühlen. Einen großen Teil des nötigen Stroms liefern wiederum die Photovoltaikanlagen auf dem Campus.
„Wir entwickeln einen traditionsreichen Industriestandort nachhaltig weiter.“
– Jan Van Geet, CEO VGP –





So greifen die Systeme ineinander: Die Sonne liefert Strom, der Boden speichert Wärme, begrünte Dächer unterstützen Kühlung und Mikroklima. Nachhaltigkeit wird so Teil der Infrastruktur. Für VGP-Chef Jan Van Geet ist das Projekt deshalb mehr als ein Neubau: „Mit dem grEEn-campus entwickeln wir einen traditionsreichen Industriestandort nachhaltig weiter und führen ihn in eine neue, zukunftsfähige Nutzung.“
Der neue Campus entsteht an einem Ort mit langer Opel-Geschichte. Und die soll sichtbar bleiben: Historische Backsteine früherer Opel-Gebäude werden in die Gestaltung integriert. So treffen neue Arbeitswelten auf mehr als 160 Jahre Rüsselsheimer Industriegeschichte. Bis die ersten Schreibtische einziehen, bleibt noch einiges zu tun. Das Projekt liegt nach Angaben der Projektpartner im Zeitplan. In der zweiten Jahreshälfte 2027 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein.
September 2026