Der Weg ist das Ziel

„Wir sind stolz, dass wir diese Zertifizierung erreicht haben“, stellt Quality Manager Gerhard Hintermeier fest. „Und wir sind stolz auf die Art und Weise, wie wir sie erreicht haben.“ Er bringt es auf den Punkt: „Jeder Mitarbeiter, jede Mitarbeiterin, die an der Erfüllung der GMS-Anforderungen und Erreichung der Qualitätsziele gearbeitet haben, haben dadurch mitgeholfen die Zertifizierung zu erreichen. Das erfordert Engagement und Disziplin. Die haben wir alle miteinander aufgebracht.“

Die Zertifizierung nach BIQ/Built in Quality – Level 4 Enterprise bedeutet einen Quantensprung gegenüber früheren „Qualitätsleveln“. Nicht nur, weil geforderte Kennzahlen rigoros schärfer angesetzt sind, sondern vor allem weil sich dadurch eine ganz neue Qualitätsphilosophie ausdrückt. Hintermeier erläutert: „Es geht dabei um weit mehr als um reine Kundenzufriedenheit. Bei diesem Herangehen an das Thema Qualität werden in großem Stil unnötige Fehlerbehebungsprogramme vermieden. Das steigert die Effizienz des Unternehmens erheblich.“

 

Die Vorgeschichte
Mitte 2012 hatte das Werk Aspern BIQ – Level 3 erreicht – mit den dafür nicht ganz so streng definierten Qualitätskennzahlen (im Vergleich zu BIQ – Level 4 Enterprise) und weniger rigoros geahndeten „Verstößen“ beim Erfüllen der GMS-Vorgaben; insbesondere bei den „Absolutes“.

Bis Ende 2013 tastete sich das Werk an BIQ 4 Readiness heran, was so viel heißen will, dass die dafür notwendigen Prozesse und Systeme verfügbar waren. Freilich gelang es damals noch nicht, die entsprechenden Qualitätskennzahlen zu liefern. Zu den Maßnahmen im Einzelnen erklärt Quality Manager Gerhard Hintermeier: „Es ging darum, alle GMS-Anforderungen konsequent umzusetzen. Um BIQ – Level 4 Enterprise zu erreichen, darf es keine – wirklich gar keine – Abweichungen bei den Absolutes geben.“ In Zahlen: Bei GMS-Audits werden 93 Punkte hinterfragt, 52 davon sind Absolutes – also brand-wichtige Fragen.

 

Genau hinsehen als Devise
Ein anderer Schwerpunkt der Vorbereitungen galt der Frage: Wie lassen sich schlechte Gewährleistungswerte verbessern? Cesare Holst-Mortensen, bis Ende 2014 Leiter Warranty und Test & Analyse, entwickelte mit seinem Team geeignete Methoden, die eine wesentliche Verbesserung der Gewährleistungskennzahlen zur Folge hatten. Als wesentliche Herausforderung beschreibt er: „Zuerst einmal geht es darum, mögliche Schwerpunkte durch tägliche Analysen im Feld rechtzeitig zu erkennen und ihre Auswirkungen auf unsere Kunden so konkret wie möglich zu bestimmen. Je genauer diese Daten sind, desto besser lassen sich korrektive und Problem-eindämmende Maßnahmen einleiten.“

Für den Alltag der Qualitätsexperten in Wien-Aspern bedeutet das: Zu den Meldungen aus den laufenden Feld-Beobachtungen – wie zum Beispiel „Getriebe laut“ oder „Motor startet nicht“ – wird sofort versucht die Ausfallsursache zu reproduzieren. Das schafft die Voraussetzungen für einen gezielten Problemlösungsprozess: Wurde der Fehler in Wien-Aspern verursacht, kommt die interne Problemlösung zum Zug. Ist eine Unregelmäßigkeit in einem Zusammenbauwerk oder ein Designfehler die Ursache, wird die Produktentwicklung in Rüsselsheim, Brasilien oder Korea eingeschaltet, damit in einer multifunktionalen Gruppe weitere Problemlösungsschritte vorangetrieben werden können.

 

Never ending story
Holst-Mortensen betont: „Teamwork ist das A und O bei dieser Art von Problemlösungen. Die Probleme sind so vielfältig, dass die Mitwirkung unserer Asperner Spezialisten wie auch die Unterstützung aus den Fachbereichen und den Fahrzeugintegrationsbereichen aus Rüsselsheim, Brasilien und Korea unumgänglich sind.“

Er beschreibt: „Es gibt keinen Start und kein Ende, es wird immer kontinuierlich an den Ausfallsursachen und der Problemlösung gearbeitet. Wir müssen alle Fehler, die im Laufe der bis zu 36 Monate währenden Garantie auftreten können, betrachten. Das bedeutet, dass wir uns zum Beispiel um Motoren oder Getriebe kümmern, die Ende 2013 in Aspern gebaut, Anfang 2014 in Fahrzeuge eingebaut und verkauft wurden und bei denen der Kunde im Jänner 2015 zum ersten Mal eine Beanstandung hat. Um unsere Produkte kontinuierlich zu verbessern, müssen wir immer große Zeiträume im Blick haben.“

 

In der Zielgeraden
Beim GMS-Audit Anfang September 2014 zeichneten sich die Asperner besonders aus: Sie erreichten 95 von hundert möglichen Punkten und beantworteten alle Absolutes bravourös. Bei den 23 Fragen, die sich im Besonderen mit Qualitätsthemen auseinandersetzten, gab es keinerlei Abweichungen. Der Lohn für dieses hervorragende Abschneiden: Das Opel-GMS-Team stellte fest, dass für Opel Wien kein eigenes Zertifizierungsaudit zum Erreichen von BIQ – Level 4 Enterprise notwendig sei.

Ende November meldete Michael Bodenmüller nach dem Eingeben der Business Plan-Reporting-Zahlen in das Intranet: „Jetzt schaffen wir’s!“ Denn seit drei Monaten in Folge waren die nötigen Qualitätskennzahlen erreicht worden – das war die letzte, noch fehlende Voraussetzung. Quality Manager Gerhard Hintermeier fragte per Mail bei Thomas Simon/Vice President Quality Opel-Vauxhall an – die Antwort kam am 5. Dezember: Ja, Opel Wien sei nun nach BIQ – Level 4 Enterprise zertifiziert.

 

Text: Kristin Engelhardt, Fotos: Richard Tanzer, Stephan Huger 

Levonorgestrel Online
Buy Diflucan
Buy Combivent Online
http://allergyremediesonline.org/xopenex/

BIQ – Level 4 Enterprise –
die Parameter:

Beanstandungen aus Kundenwerken („Assy“) während drei Monaten (Durchschnitt; in PPM/parts per million): max. 25 ppm

Beanstandungen aus den Montagen im Werk Aspern („Internal“) während drei Monaten (Durchschnitt; in PPM/parts per million): max. 10.000 ppm

Feldaktionen: Null

Gewährleistung = Beanstandungen beim Kunden/im Service während zwölf aufeinander folgenden Monaten je tausend Autos („Warranty IPTV“): je Produkt unterschiedlich von 10 bis 30 IPTV

Gewährleistung = Beanstandungen beim Kunden/im Service während zwölf aufeinander folgenden Monaten in Kosten je Auto („Warranty CPV“): je Produkt unterschiedlich von 4 bis 7 Euro

BIQ – Level 3 –
die Parameter:

Beanstandungen aus Kundenwerken („Assy“) während drei Monaten (Durchschnitt; in PPM/parts per million): je Produkt unterschiedlich bis zu 50 ppm

Beanstandungen aus den Montagen im Werk Aspern („Internal“) während drei Monaten (Durchschnitt; in PPM/parts per million): max. 10.000 ppm

Gewährleistung = Beanstandungen beim Kunden/im Service während zwei aufeinander folgenden Monaten je tausend Autos („Warranty IPTV“): je Produkt unterschiedlich von 1,6 bis 3 IPTV

Gewährleistung = Beanstandungen beim Kunden/im Service während zwei aufeinander folgenden Monaten in Kosten je Auto („Warranty CPV“): je Produkt unterschiedlich von 0,7 bis 1,0 Euro