Es kommt selten vor, dass zwischen zwei Testfahrten mehr als ein halbes Jahrhundert liegt. Gerade noch gleitet der neue Astra Electric nahezu lautlos über die Straßen des Rhein-Main-Gebiets. Wenig später wartet ein Opel Kadett B von 1967. Ohne Servolenkung. Ohne Bremskraftverstärker. Mit Handschaltung und einer Beschleunigung, die an eine andere Zeit erinnert. Der Kontrast könnte kaum größer sein. Der Tagesspiegel bringt dieses Erlebnis auf den Punkt: „Alt und neu bei einer Rüsselsheimer Autopräsentation – das gibt es nicht so oft.“ Genau das macht die Sommertestfahrten in diesem Jahr besonders. Sie stehen im Zeichen von 90 Jahren Kompaktklasse bei Opel.
Die Sommertestfahrten haben bei Opel Tradition. Jedes Jahr lädt die Presseabteilung kurz vor der Ferienzeit internationale Medienvertreter ein, aktuelle Modelle kennenzulernen. In diesem Jahr fällt die Wahl bewusst auf den Stammsitz in Rüsselsheim. Anlass sind gleich drei Themen: 90 Jahre Kompaktklasse bei Opel, das Bekenntnis zum Produktionsstandort Deutschland – und die Markteinführung des neuen Astra.
1936 steigt Opel mit dem Kadett in die Kompaktklasse ein – eine Erfolgsgeschichte, die seit 1991 unter dem Namen Astra fortgeschrieben wird. Vor dem Design Center stehen mehrere Generationen nebeneinander: der Ur-Kadett aus den 1930er-Jahren mit selbsttragender Karosserie, das Kadett Kiemencoupé von 1967 und schließlich der neue Astra. Sie zeigen, wie grundlegend sich das Autofahren verändert hat – und wie jede Generation den nächsten Schritt zu mehr Sicherheit, Komfort und Effizienz gemacht hat.
90 Jahre Kompaktklasse – und derselbe Anspruch: Innovationen sollen nicht exklusiv sein, sondern den Alltag für möglichst viele Menschen besser machen.





Die Einladung zu den Testfahrten führt die Medienvertreter an den Ort, an dem der Astra entwickelt, designt und gefertigt wird – eine Konzentration, die in der europäischen Automobilindustrie selten geworden ist. Dass Opel auch die nächste Astra-Generation wieder am Stammsitz bauen wird, wertet die Welt als „klares Bekenntnis zum Produktionsstandort Deutschland“. Für Werksleiterin Maike Seeber macht genau dieses Zusammenspiel den Standort aus: „Hautnah zu erleben, wie Design, technologische Innovationen, industrielle Umsetzbarkeit und der Teamgeist der Rüsselsheimer Mannschaft zusammenwirken – das ist etwas ganz Besonderes.“ Kurz gesagt: „Präzisionsarbeit auf den Punkt.“
Ein Drittel fährt Kompaktklasse
Wie diese Präzisionsarbeit aussieht, erleben die Gäste beim Rundgang durch die Fertigung. Auf einer einzigen Produktionslinie entstehen batterieelektrische Fahrzeuge, Plug-in-Hybride, 48-Volt-Hybride und Dieselmodelle – exakt in der Reihenfolge, in der sie bestellt werden. Die Multi-Energy-Fertigung ermöglicht es, flexibel auf die Nachfrage der Kunden zu reagieren. Ein Modell, vier Antriebe – und das aus guten Gründen: Obwohl SUVs den Markt prägen, entfällt in Europa noch immer rund ein Drittel aller Neuzulassungen auf die Kompaktklasse. Gerade deshalb entwickelt Opel den Astra konsequent weiter – für möglichst viele unterschiedliche Anforderungen.
Made in Rüsselsheim bedeutet mehr als einen Produktionsstandort. Der Astra entsteht hier von der ersten Idee bis zur letzten Qualitätskontrolle.



„Schon der erste Kadett von 1936 stand für das, was den Astra bis heute prägt: moderne Technik nicht als Luxus, sondern für den Alltag.“
– Leif Rohwedder, Leiter Opel Classic –
Leif Rohwedder, Leiter von Opel Classic, schlägt den Bogen zurück zu den Anfängen der Kompaktklasse mit Blitz. Und die liegen in den 1930er-Jahren. „Schon der erste Kadett von 1936 stand für das, was den Astra bis heute prägt: moderne Technik nicht als Luxus, sondern für den Alltag“, erklärt Leif Rohwedder. Die selbsttragende Ganzstahlkarosserie, integrierte Scheinwerfer und eine für die Zeit ungewöhnlich umfangreiche Sicherheits- und Komfortausstattung machten ihn zu einem der fortschrittlichsten Kompaktwagen seiner Generation. Der Leitgedanke zieht sich wie ein roter Faden durch neun Jahrzehnte Kompaktklasse. Bis in die Gegenwart zum neuen Astra.
Die sichtbarste Neuerung fällt sofort ins Auge: Der neue Astra ist das erste Serienmodell der Marke mit dauerhaft beleuchtetem Opel-Blitz. Gemeinsam mit dem neuen Vizor entsteht eine markante Lichtsignatur. Auch technisch legt der Kompaktklasse-Bestseller nach. Der ADAC hebt die weiterentwickelten AGR-Sitze und das Intelli-Lux HD Licht hervor, AUTO BILD spricht von einer „frischen Optik“, die Welt bezeichnet den Lichtkegel bei Nachtfahrten als „eindrucksvoll“.





Auch unter der Karosserie wurde nachgeschärft. Der Astra Electric vorkonditioniert seine Batterie automatisch vor dem Schnellladen und kann mit Vehicle-to-Load erstmals externe Geräte wie das E-Bike mit Strom versorgen. Eine neu abgestimmte Lenkung sorgt für präziseres Einlenken, zusätzliche Dämmung reduziert Geräusche und Vibrationen. AUTO BILD lobt ausdrücklich die Abstimmung von Fahrwerk und Lenkung und bescheinigt dem neuen Astra einen „allgemein harmonischen Eindruck“.
Die Technik hat sich verändert. Der Anspruch ist geblieben. Zwischen der selbsttragenden Karosserie des Ur-Kadett und einem batterieelektrischen Astra, der als mobile Energiequelle dient, liegen 90 Jahre Innovation. Geblieben ist die Idee, moderne Technik möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen. Und dass die Kompaktklasse von Opel bis heute durch und durch ein Rüsselsheimer ist.
August 2026