Schwarz, Silber, GSE Yellow: Auf dem Pariser Autosalon hat Opel den GSE 27FE erstmals im finalen Renndesign präsentiert. Mit dabei: Mitch Evans und Théo Pourchaire, die in der ersten Formel-E-Saison von Opel am Steuer sitzen werden. Hinter den Kulissen laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Mehr als 6.000 Testkilometer hat das Team bereits zurückgelegt. Jetzt werden die Einsatzautos aufgebaut und die Abläufe für den Rennbetrieb eingespielt.
Anfang November steht der erste Shakedown an – ein Funktionstest des fertig aufgebauten Rennwagens auf der Strecke. Danach folgen ab Mitte November die offiziellen Testfahrten im spanischen Jarama. „Wir kommen hochmotiviert zum Pre-Season-Test, der die erste echte Feuerprobe für den Opel GSE 27FE markiert“, sagt Teamchef Jörg Schrott. Wie fühlt sich der GEN4-Rennwagen mit bis zu 600 Kilowatt Leistung an? Was gefällt den Fahrern am neuen Design? Und welche Ziele haben sie für die erste Saison? Mitch Evans und Théo Pourchaire im Doppelinterview.
Das finale Design des Opel GSE 27FE ist enthüllt. Ihr erster Gedanke – und Ihr Lieblingsdetail?
Mitch Evans: „Mein erster Gedanke war: Es sieht mutig aus, schnell und aggressiv. Schon das Test-Design war ein starkes Statement, aber das finale Renndesign übertrifft das. Wir werden definitiv auffallen. Das Silber hat mich ein bisschen überrascht und ist ein schöner Touch. Gerade von oben sieht man, wie das Design vom Gelb ins Silber übergeht, dazu kommen einige schwarze Elemente. Mir gefällt die Kühnheit des Farbschemas, alle Elemente passen einfach perfekt zusammen.“
Théo Pourchaire: „Ich finde, es ist ein sehr edles Design, das Opel von seiner allerbesten Seite zeigt. Es sieht einfach cool aus. Mein Lieblingsdetail ist das Gelb, denn Gelb ist seit Beginn meiner Rennfahrerkarriere auf meinem Helm. Ich glaube, ich passe gut zu Opel.“

„Mein Lieblingsdetail ist das Gelb, denn Gelb ist seit Beginn meiner Rennfahrerkarriere auf meinem Helm. Ich glaube, ich passe gut zu Opel.“
– Théo Pourchaire –
Sie sind beide neu bei Opel. Wie waren die ersten Monate?
Pourchaire: „Die Arbeit mit der Opel-Familie war bisher ein echtes Vergnügen. Ich habe viele Menschen kennengelernt – die Mechaniker und Ingenieure, aber auch das Marketing- und Kommunikationsteam. Das sind viele neue Gesichter, aber es macht mir richtig Spaß. Und hinter den Kulissen steckt viel Arbeit: viele Simulator-Sessions, viele Meetings mit den Ingenieuren und mit den Mechanikern, um mein Cockpit kennenzulernen. Es ist schließlich ein komplett anderes Auto für mich.“
Evans: „Es war ein wirklich nahtloser Übergang. Ich habe mich sofort als Teil der Familie gefühlt. Es ist jetzt ein paar Monate her, dass ich Opel-Fahrer geworden bin, und wir alle fiebern dem Saisonstart mit großer Vorfreude entgegen. Schön, ein Teil dieses neuen Abenteuers von Opel zu sein.“
„Ich habe alle Fahrzeuggenerationen erlebt, aber das ist der größte Entwicklungssprung in der Geschichte der Rennserie.“
– Mitch Evans –

Paris ist die erste große Bühne für das Team. Wie erleben Sie den Auftritt?
Pourchaire: „Ich finde, diese Präsenz ist riesig und sehr wichtig. Opel ist ein sehr bedeutender deutscher Hersteller und eine legendäre Automarke mit so einer langen und spannenden Geschichte. Ich bin stolz, Opel zu repräsentieren – und freue mich umso mehr, die Marke in meinem Heimatland auf dem Pariser Automobilsalon zu sehen.“
Evans: „Der gesamte Auftritt ist beeindruckend. Für Opel ist das ein großer Moment: Die Marke steigt zum ersten Mal in die Formel E ein, da ist es großartig, unser Formel-E-Auto hier neben den anderen Modellen und dem STX Concept zu sehen. Das Renndesign vor all den Fans und Medien zu präsentieren, die diese Woche hierherkommen, ist ein nächster Meilenstein vor dem Saisonstart.“





„Wir haben Rennstarts geübt, und jedes Mal fühlt es sich an, als könne man im Auto nicht mehr atmen.“
– Théo Pourchaire –
Mehr als 6.000 Testkilometer sind absolviert. Wie fühlt sich das GEN4-Auto an?
Evans: „Das Auto ist ein Gamechanger für die Formel E. Ich habe alle Fahrzeuggenerationen erlebt, aber das ist der größte Entwicklungssprung in der Geschichte der Rennserie. Als ich zum ersten Mal die volle Leistung mit 600 Kilowatt ausprobiert habe, war das ein ziemlicher Schock. Die Tests waren bisher positiv, wir haben viele Kilometer gesammelt. Aber mit dem GEN4-Auto, dem technischen Reglement, den Systemen und den neuen Reifen eines neuen Herstellers gibt es vor dem ersten Rennen viel zu lernen. Bei jedem Test machen wir Fortschritte, damit wir bestmöglich vorbereitet zum ersten Rennen kommen.“
Pourchaire: „Es ist so stark, die Beschleunigung ist verrückt. Wir haben Rennstarts geübt, und jedes Mal fühlt es sich an, als könne man im Auto nicht mehr atmen. Es ist das Rennauto mit der stärksten Beschleunigung, das ich in meiner Karriere gefahren bin. Für alle ist es neu, also lernen wir viel und arbeiten gemeinsam sehr hart daran, vom ersten Tag der GEN4-Ära an konkurrenzfähig zu sein. Dafür habe ich volles Vertrauen ins Team.“

„Ich bin hier, um zu gewinnen. Natürlich sind wir ein neues Team, es wird also eine Lernphase geben.“
– Mitch Evans –
Was steht bis zum ersten Rennen an, und was ist Ihr Ziel für die erste Saison?
Pourchaire: „Vor dem ersten Rennen stehen die letzten Testtage an, außerdem die offiziellen Testtage in Jarama bei Madrid. Das wird wichtig, weil wir dort zum ersten Mal alle gemeinsam auf der Strecke sehen und einen ersten Eindruck von unserer Performance bekommen. Wir haben hart und viel gearbeitet, also können wir zuversichtlich sein – aber nicht zu sehr, Motorsport ist wie immer hart umkämpft. Für mich persönlich heißt es: körperliche und mentale Vorbereitung, dazu viel Simulatorarbeit. Mein Ziel ist, mein Bestes zu geben und das Maximum aus mir und dem Auto herauszuholen. Und natürlich: Ich bin Rennfahrer, ich bin ein Wettkämpfer. Also möglichst schnell lernen und dann für Opel vorn dabei sein.“
Evans: „Ich bin hier, um zu gewinnen. Natürlich sind wir ein neues Team, es wird also eine Lernphase geben. Aber ich habe volles Vertrauen, dass wir zum ersten Rennen gut vorbereitet sein werden. Ich werde mich sicher herantasten, aber letztlich gehe ich in jedes Rennen, um es zu gewinnen. Wo wir in Sachen Performance stehen, wissen wir noch nicht – bei einem neuen Reglement kennt niemand die Kräfteverhältnisse. Ich möchte, dass wir uns über die Saison gut weiterentwickeln, aber natürlich will ich so schnell wie möglich an der Spitze sein.“
Oktober 2026