Es wird gelacht. Es werden Gruppenfotos gemacht. Es werden die letzten Teammitglieder zusammengerufen. Die Stimmung ist bestens. Ein Blick auf die Teilnehmerliste verrät, wer am Start ist: „The Fast and the Fuel Cell-ious“, „Gewährleistungs-Gazellen“ oder „Lauch mit Bauch“.
Die Namen verraten viel über die Teilnehmer. Humor haben sie. Selbstironie auch. Und offenbar genügend Optimismus, um sich bei diesen Temperaturen auf die Laufstrecke zu begeben. Spätestens jetzt wird klar: Der Opel-Firmenlauf ist kein gewöhnlicher Lauf. Er ist eine Art Klassentreffen auf Laufschuhen.



Rund 700 Opel- und Stellantis-Mitarbeiter gehen an diesem Donnerstagabend an den Start. Gemeinsam mit Läufern aus Unternehmen und Organisationen der Region bilden sie ein Feld von mehr als 1.200 Teilnehmern. Die Strecke führt am Main entlang, durchs Altwerk und schließlich zurück ins Stadion.
Die Konkurrenz ist groß. Die „Rüsselsheimer Haxnbuam“ treffen auf die „Asphalt-Antilopen“. „Die Vier von der Beschaffungsstelle“ laufen neben den „Software Speedies“. Die „ASTRAlkörper“ begegnen „AstraLaFaster“ und „AstraLaVista“. Und irgendwo dazwischen versuchen die „First in Faith, last in pace“ schon vor dem Start vorsorglich die Erwartungen zu dämpfen. Der Humor sitzt. Dann wird es ernst.
Denn die Temperaturen machen keine Geschenke. Als sich das Feld schließlich in Bewegung setzt, brennt die Abendsonne noch immer auf den Asphalt. Wer heute ins Ziel kommen will, braucht mehr als Kondition. Er braucht Vernunft. Und Rücksicht auf die anderen.

Beides ist reichlich vorhanden. Die Werksfeuerwehr sorgt entlang der Strecke für eine willkommene Abkühlung. Immer wieder verlangsamen schnellere Läufer ihr Tempo, um Kollegen mitzunehmen. Zuschauer reichen Wasserflaschen über die Absperrungen. Familien, Freunde und Kollegen feuern die Teilnehmer am Streckenrand an.
Es sind genau diese Momente, die den Firmenlauf seit Jahren besonders machen. Nicht die Zeiten. Nicht die Platzierungen. Sondern das Miteinander. Dazu passt auch das diesjährige Motto der Opel-Teams. Auf den Shirts steht: „Der neue Astra – Mit Stolz gebaut in Rüsselsheim“. Viele der Läufer arbeiten genau dort. Im Werk. In der Entwicklung. In den Büros.
Auch Opel-CEO Florian Huettl schnürt wieder die Laufschuhe. Gemeinsam mit weiteren Mitgliedern des Managements mischt er sich unter die Teilnehmer und absolviert die rund sechs Kilometer lange Strecke.




„Dieser Teamgeist und der Ehrgeiz aller Teilnehmenden, das Ziel gemeinsam erreichen zu wollen – das zeichnet uns als Opel-Gemeinschaft aus“, sagt Florian Huettl später im Ziel.
Dort warten bereits die ersten Finisher. Das schnellste Mixed-Team stellen die „Medizinischen Meilenstürmer“ mit einer Gesamtzeit von 1:44:55 Stunden. Das schnellste Damenteam ist „Orthoconcept“ mit einer Gesamtlaufzeit von 01:58:22 Stunde. Bei den Herren setzt sich das „Physioteam Breul 1“ an die Spitze (01:41:59 Stunde).
Doch an diesem Abend gilt der Applaus nicht nur den Schnellsten. Sondern auch den Ältesten. Mit zusammen 289 Lebensjahren ist das Team „Die alten Schweißfüße der LG“ erneut als älteste Mannschaft des Firmenlaufs dabei. Als die Männer ins Stadion einlaufen, werden sie mit besonders viel Respekt empfangen. Vielleicht auch deshalb, weil sie zeigen, worum es hier geht: nicht um Rekorde, sondern darum, gemeinsam anzukommen.


Wenig später wandelt sich das Stadion endgültig vom Sportplatz zur Sommerparty. Die Gespräche werden länger. Die Getränke kälter. Vom Grill zieht der Duft über das Gelände. Auf der Bühne läuft Musik.
Die Sieger werden geehrt. Vor allem aber werden Erlebnisse geteilt. Von schweren Beinen. Von der Hitze. Von der Abkühlung unterwegs. Von den letzten Metern ins Stadion. Auf den Ergebnislisten stehen „Kochkässchnitzel“, „Red Lightning“, „Lunch Excellence“ oder „ADAM rennt“. Sechs Kilometer sind schnell gelaufen. Die Erinnerungen an diesen Abend bleiben deutlich länger.
Juni 2026
