Mit Tim Wilde auf wilder Fahrt im Corsa-e durch Berlin

Wilde Nummer

Es ist Sommer, die Zeit vor dem zweiten Corona-Lockdown. Menschen tragen draußen keine Masken und treffen sich zu einer gemeinsamen Ausfahrt. Tim ist auf die Minute pünktlich. Ist er immer, wenn ich ihn vor der Linse habe. Ein fitter Typ, selten um einen guten Spruch verlegen, schnell in den gewünschten Motiven. Er versteht das Spiel mit der Kamera, lebt seine Rollen – und hat sich dennoch seine Art bewahrt. Ein Typ wie du und ich. Einer, mit viel Benzin im Blut.

Umso spannender die Mission heute: Tim Wilde fährt zum ersten Mal E-Auto. Durch sein Berlin.

Mit an Bord: auto motor und sport-Autor Jörn Thomas. Die beiden kurvten schon einige Male lachend durch Oldtimer-Rallyes. Zelebrierten altes Blech. Dabei erwähnte Tim wohl mal seine Jungfräulichkeit in Sachen E-Mobilität. Jetzt steht er im Schatten des Berliner Fernsehturms, vor ihm der E-Corsa.

Schauspieler Tim Wilde sitzt auf einer Bank
Tim Wilde bleibt privat und hinter der Kamera ganz lässig
Schauspieler Tim Wilde lehnt in Berlin an einem Opel Corsa-e.
Mit dem Opel Corsa-e durch Berlin zu fahren, ist eine neue Erfahrung für Schauspieler Tim Wilde

Tim Wilde

Der Schauspieler wurde 1966 in Stralsund geboren. Seit 1987 wohnt er in Berlin. Er spielte an mehreren deutschen Theatern und in zahlreichen bekannten Filmen und Serien, wie zum Beispiel dem Tatort.

Es geht los!

Kurze Einweisung vom Autotester: „Startknopf lange drücken, Wählhebel auf D, fertig.“ Tim: „Wo bleibt der Sound? Da fehlt doch was. So ein richtiger Motor ist doch irgendwie toller. Mit Kolben, Turbolader, Auspuff. Bei dem bewegt sich was, es vibriert, pfeift, röhrt, lebt.“

Redakteur Jörn Thomas erwidert: „ Lausch mal. Tritt das Pedal durch. Probier!“ Dann wird’s tatsächlich kurz still. Keiner der beiden spricht auf den ersten Metern. Jörn Thomas grinst, Tim Wilde funkeln die Augen. Dann lachen beide laut auf. Wilde schreit durch die offene Seitenscheibe: „Boah, geil! Wie das Ding abgeht! Ach, ich hab’s gewusst. Diese Elektro-Dinger haben was.“

Ein orangefarbener Opel Corsa-e
Der Opel Corsa-e hat Tim Wilde schon auf den ersten Metern überzeugt

„Boah, geil! Wie das Ding abgeht!

Ach, ich hab’s gewusst.

Diese Elektro-Dinger haben was.“

Tim Wilde in einer Kneipe in Berlin
Zu DDR-Zeiten hat Tim Wilde in dieser Kneipe Besenstiele bearbeitet

Einen halben Tag später sitzen wir in einer Kneipe im Prenzlauer Berg. Den Corsa-e hat Tim Wilde zuvor in eine kleine Lücke gelenkt – und ihn längst ins Herz geschlossen. Beim Kaffee zeigt er in eine Ecke der Kneipe. „Da stand vor der Wende meine Werkbank, an der ich Besenstiele bearbeitet habe“, erzählt er.

Tim Wilde kam nämlich nicht unter einem Kronleuchter zur Welt, er hat sich durchgebissen. In einem System, das ihm nicht gefiel. Das er verlassen wollte. Er wollte wissen, „… wie es woanders ist.“ Als ihn eine Freundin ins Schiller Theater mitnahm, sah er auf der Bühne Heino Ferch und Sebastian Koch und dachte sich: „Das kannste auch.“ Er ging auf die Schauspielschule, gab richtig Gas.

Fazit

„Gas geben – das hat sich im Corsa-e ja irgendwie erledigt“, witzelt Wilde beim letzten Motiv. Lässig den linken Arm am geöffneten Seitenfenster, die Stirn in Falten gelegt. Als käme gleich da gleich ein Fazit.

Und da ist es schon: „Ja! Der Corsa-e ist ein ideales Stadtauto. Klar, die Reichweite, um mal fix von Berlin an den Bodensee zu kommen, ist nicht drin, aber sonst: einfach super. Unkompliziert, abgasfrei und wie das Ding an der Ampel abgeht, einfach aufs Pedal treten – und wusch, sind wir vorne dran. Können beim Bremsen Energie zurückgewinnen und ganz leise herumsummen. Das ist für mich genauso wichtig wie für die Umwelt.“

Opel Corsa-e an einer Kreuzung
Der Opel Corsa-e geht ab, ohne laut zu röhren


Februar 2021

Text und Fotos: Dani Heyne