Blitz-Wissen
für das Jahr 2017

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Das Opel-Jahrbuch ist im Podszun-Verlag erschienen und kostet 14,90 Euro.

Für echte Freunde des Blitzes ist es längst ein unverzichtbares Sammlerstück: das Opel-Jahrbuch, das der Fachjournalist Eckhart Bartels und sein Team alle zwölf Monate präsentieren. Wer wissen will, welche runden Geburtstage das Unternehmen 2017 erwartet, kommt um das 144 Seiten starke Werk nicht herum. Die Redaktion widmet sich einer breiten Palette von Themen, die im kommenden Jahr selbstverständlicher Weise auf die Agenda rücken, aber auch erst einmal von findigen Rechercheuren ausgegraben werden müssen: Der 40. Geburtstag von Monza und Senator, der 50. Geburtstag des Commodore oder der Urheberstreit, den Opel mit Citroën vor 90 Jahren führte. Wer das Opel-Jahrbuch nicht im Buchhandel entdeckt, kann es direkt über den Verlag beziehen.

 

 


der erste Opel-Markenbotschafter


grossherzog

Benzin im blauen Blut: Der Großherzog Ernst Ludwig posiert vor seinem 100 PS starken Opel-Sportwagen von 1912. 1917 hob er die Opel-Söhne Wilhelm, Heinrich und Karl in den Adelsstand.


„ … machte ich darauf aufmerksam, dass die Automobile eine große Zukunft hätten und ob es nicht ratsam wäre, die Produktion aufzunehmen.“

– Großherzog Ernst Ludwig  –

Er ist der erste VIP-Kunde der Opel-Geschichte: Ernst Ludwig, „Großherzog von Hessen und bei Rhein“. Er hat schließlich einmal selbst eingeräumt, dass er jahrelang „Reisender für die Firma“ war und „wilde Propaganda“ für sie machte. Doch der Großherzog, der seine Regentschaft bereits 1892 als gerade mal 23-Jähriger angetreten hatte, war für die Familie Opel noch viel mehr als ein früher Markenbotschafter. Er war auch Freund, Förderer und möglicherweise sogar entscheidender Initiator der Automobilproduktion, die die Opel-Söhne 1899 aufnahmen – wenn man seinen unveröffentlichten Memoiren Glauben schenkt, in die die Bartels-Redaktion einen Blick geworfen hat.

Bei einem Besuch in der damaligen Nähmaschinen- und Fahrradfabrik 1898 „ … machte ich darauf aufmerksam, dass die Automobile eine große Zukunft hätten und ob es nicht ratsam wäre, die Produktion aufzunehmen“, heißt es da. Ein Jahr später ging’s dann tatsächlich los, Mutter Sophie hatte ihren anfänglichen Widerstand gegen die Pläne ihrer Söhne,  möglicherweise nach diesem landesväterlichen Hinweis, aufgegeben. Und der Großherzog fuhr  fortan mit Opel-Modellen durchs Land und chauffierte darin diverse Angehörige verwandter und bekannter Adelshäuser durch Europa, unter anderem den russischen Zar Nikolaus II. Ernst Ludwig war es auch, der die Opel-Söhne Wilhelm, Heinrich und Karl 1917 in den Adelsstand hob – kurz bevor er während der Novemberrevolution 1918 Amt und Titel verlor.

 


Dasselbe in grün? Nicht für die Richter


Voilà: Der gelbe „5HP“ von Citroën als Skizze. War er auch eine „Blaupause“ für den grünen Opel?


Das Opel-Jahrbuch erinnert an einen Fall von Diskussionen um Urheberrechte aus dem Jahr 1927: den Rechtsstreit zwischen Opel und Citroën. Stein des Anstoßes war der Opel Kleinwagen Typ 4/12, der ausschließlich in grün erhältlich war und darum als „Laubfrosch“ legendär wurde. Die Franzosen waren der Ansicht, dass es sich um einen Nachbau ihres „5HP“ handelte, den es ausschließlich in gelb gab. Der Laubfrosch wäre somit „dasselbe in Grün“ gewesen – möglicherweise stammt von daher diese Redensart. So recht durchzublicken war im anschließenden zweijährigen Rechtsstreit nicht immer.

 

laubfrosch

Die Richter waren der Meinung: Der Laubfrosch ist ein Original.

 


Bartels Redaktion hat noch mal genau hingeschaut: Citroën scheiterte mit seiner Klage in zwei Instanzen, auf den Gang vor eine dritte verzichtete das Unternehmen schließlich. Die Fahrzeuge ähnelten sich auf den ersten Blick zwar, doch beim Blick unter die Motorhaube machten die Richter „gravierende“ technische Unterschiede aus. Auch optisch waren beim näheren Hinsehen durchaus Abweichungen zu erkennen, etwa bei der Gestaltung der Kühlerschlitze und der Scheinwerfer.


COMMODORE, SENATOR UND MONZA
FEIERN RUNDE GEBURTSTAGE


commodore

Wohl proportioniert: Der Commodore A stand für Klasse mit Rasse.


Voller Durchblick: Der Monza von 1978 in der Röntgen-Ansicht.

Was wäre ein Opel-Jahrbuch ohne Reminiszenzen an vergangene Modelle? Davon gibt es auch 2017 reichlich. Bartels erinnert an den Commodore, der vor 50 Jahren auf den Markt kam und „Klasse mit Rasse“ verband. Vor 40 Jahren begannen die Siegeszüge von Senator und Monza. Beide wurden im September 1977 auf der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt der Weltöffentlichkeit präsentiert. Und der Journalist stimmt den „Schluss-Akkord“ für den Rekord an. Mit dem E-Modell rollte 1977 vor 40 Jahren die letzte Generation der Reihe vom Band.

Henrik Karcher, ein profunder Kenner historischer Modellreihen, blickt außerdem über die deutschen Grenzen – und betrachtet die vielen internationalen Derivate, die auf Basis des Senator entstanden.


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Mit Ballast über den Berg: Testfahrten über die Alpen verlangten Mensch und Maschine einiges ab.

 


Und sonst?


Man muss die Feste feiern, wie sie fallen. Und wenn es interessante Geschichten zu erzählen und schöne Bilder zu zeigen gibt, darf eine Jahrbuch-Redaktion den Begriff „Jubiläum“ auch mal großzügig auslegen. Unter der Überschrift „155 Jahre Opel“ zeigt Bartels einen bildstarken „Rundblick“ auf die Opel-Geschichte.

Nostalgische Opel-Geschichte mit Heimatfilm-Touch bietet der Artikel des ehemaligen Versuchsingenieurs Werner Wielan, der von seinen Testfahrten mit diversen Opel-Modellen Ende der 1970er-Jahre durch die Alpen erzählt. Doch auch die neuen Modelle kommen nicht zu kurz. Dem GT Concept und dem Ampera-e sind Beiträge gewidmet.

Um zum Abschluss porträtiert Eckart Bartels „Rappold Karosseriebau“, ein Unternehmen, das dieses Jahr 70. Geburtstag feiert – und in dieser Zeit auch etliche Opel-Sonderaufbauten gestaltet hat.

und-sonst

Ganz schön verführerisch: Manta-Werbung in den wilden Siebzigern.

 

Stand Januar 2017