True size: The Opel Rocks-e is by far the smallest in the fleet of operational vehicles of the plant fire brigade. But that is precisely its strength.

Klein, aber Tatütata

Wenn der kleine Stromer ausrückt, spielt er seine wahre Größe aus: Der Opel Rocks-e stoppt in der weitläufigen Werkhalle, Mario Spiga und Peter Strohmeier steigen aus und überprüfen die Feuerlöscher. Präziser Check, kurze Notiz, weiter geht es zur nächsten Halle. Eine Routinekontrolle, keine große Sache. Aber eine, die getan werden muss. Die Mitarbeiter der Rüsselsheimer Werkfeuerwehr erledigen diese Art von Überprüfungen und andere Kontrollfahrten neuerdings mit dem kompakten Leichtkraftfahrzeug. Und das hat gute Gründe.

„Mit dem wendigen Rocks-e sind wir emissionsfrei unterwegs und kommen bequem in jeden Winkel des Werks“, sagt Spiga. „Immerhin ist das Gelände 1,9 Quadratkilometer groß“, ergänzt Strohmeier. Statt wie bisher das Fahrzeug vor der Tür zu parken und den Rest der Strecke in den weitläufigen Hallen zu Fuß zurückzulegen, setzen die Mitarbeiter auf den kleinsten Stromer mit Blitz. Denn dank E-Antrieb darf der im Gegensatz zu Fahrzeugen mit Verbrenner-Motor auch in den Hallen fahren. „Das ist praktisch – und spart vor allem jede Menge Zeit“, sagt Peter Strohmeier. Der Mitarbeiter der Werkfeuerwehr ist auf das Unikat besonders stolz. Denn: Er war für die Entwicklung des Umbaus des City-Stromers in ein Einsatz-Fahrzeug maßgeblich mitverantwortlich.

Zeit gespart: Um die Feuerlöscher zu kontrollieren, nutzen Peter Strohmeier (links) und Mario Spiga den Neuzugang im Fuhrpark.

Emissionsfreie Mobilität: Denn mit dem Rocks-e sind die Kollegen der Werkfeuerwehr auch in den Werkshallen mobil.

„Mit dem Rocks-e kommen wir bequem und emissionsfrei in alle Winkel des Werksgeländes.“

– Peter Strohmeier –

Und so ist der kompakte Stromer zwar gerade mal 2,41 Meter lang, aber mit allem ausgestattet, was es für Einsätze braucht. Unter dem Beifahrersitz und im Fußraum ist jede Menge Platz für die Werkzeugkiste und andere Materialien. Auch ansonsten weist sich der Neuzugang im Fuhrpark eindeutig als Feuerwehrauto aus: Er ist feuerrot foliert und mit Sondersignalanlage, Frontblitzer und mit Notrufnummern versehen – ein echtes Unikat, entstanden mit Hilfe der Kollegen der Vorausentwicklung und der OSV-Werkstatt. So ausgestattet sind Spiga und Strohmeier schnell zurück auf der Feuerwache. Zu tun gibt es genug.

Im Einsatz gegen Corona

Außerhalb des Werksgrenzen mag man mit den Corona-Hygienevorschriften mittlerweile wieder lockerer umgehen, innerhalb hält die Pandemie nicht nur die Werkfeuerwehr weiterhin auf Trab. Das Team ist dafür zuständig, dass Masken, Desinfektionsmittel und Schnelltests an den vorgesehenen Ausgabestellen für alle Mitarbeiter stets verfügbar bleiben. „Dass bei uns in den vergangenen beiden Jahren kein Corona-Hotspot entstanden ist, ist zu einem Teil auch unser Verdienst“, ist Okay Kocak, Leiter der Rüsselsheimer Werkfeuerwehr, überzeugt. Damit das auch weiterhin so bleibt, ist der kleine Rocks-e permanent unterwegs, um die Versorgungsstationen aufzufüllen.

Spezialisten auf ihrem Gebiet: Mit dem Drehleiter-Fahrzeug geht es hoch hinaus, mit dem Rocks-e sind die Kollegen in allen Winkeln des Werksgeländes mobil.
Bestens ausgerüstet: Die Sondersignalanlage weist den Neuzugang als Feuerwehrauto aus. Die rote Folierung inklusive Notrufnummern machen das Paket komplett.

Kompetentes Team

Für den Brand- und Gefahrenschutz, aber auch die Sicherheit der Mitarbeiter und den Schutz der Umwelt, sind 70 Werkfeuerwehrkräfte in Rüsselsheim im Einsatz. Im Normalbetrieb absolvieren sie jedes Jahr rund 1.000 Einsätze. Seit 2021 werden eigene Feuerwehrmänner – und frauen ausgebildet. Auch ansonsten qualifiziert sich das Team weiter. Hakan Ünvanli und Mohamed Ajaoun haben jetzt ihre zweijährige Ausbildung zum Brandinspektor abgeschlossen, die offizielle Qualifikation für den „gehobenen feuerwehrtechnischen Dienst.“ Damit stehen Okay Kocak nun ein weiterer möglicher Schichtleiter und ein Stellvertreter mehr zur Seite.

Mohamed Ajaoun
Hakan Ünvanli

Auch die Kontrolle sogenannter „Heißarbeiten“ wie Schweißen, Löten und Flexen im Werk gehören zum Einsatzgebiet des kleinen Stromers. Die Mitarbeiter steigen regelmäßig in das Leichtkraftfahrzeug, um auf dem weitläufigen Gelände zu kontrollieren, ob sämtliche Brandschutzvorschriften erfüllt werden – vor, während und nach den „Heißarbeiten“. Schon nach wenigen Wochen im Dienst entpuppt sich der Rocks-e als unentbehrlich. „Als die Unternehmenskommunikation die ersten Fotos veröffentlichte, war uns klar, dass wir so einen gut gebrauchen können“, erzählt Okay Kocak. Die Parameter des Zweisitzers, den bereits 15-Jährige mit Führerscheinklasse AM fahren dürfen, sind für die Einsätze auf dem Werksgelände perfekt.

Sogar schneller als erlaubt

75 Kilometer Reichweite sind absolut ausreichend. „Und die 45 km/h Spitzengeschwindigkeit sind sogar ein paar zu viel – auf dem Werksgelände sind ja nur 30 km/h erlaubt“, schildert Okay Kocak die Vorzüge des neuen Kameraden. Das Ladekabel ist immer an Bord und bereit für jede normale Steckdose. Schon nach vier Stunden ist der Stromer wieder voll aufgeladen. „Die Kollegen lieben es, im ersten elektrischen Fahrzeug unseres Fuhrparks unterwegs zu sein. Der Rocks-e ist nicht nur praktisch und bequem – das Fahren macht einfach Spaß!“

Im Einsatz: Schon nach wenigen Wochen im Dienst hat sich der Rocks-e unentbehrlich gemacht.

Mai 2022

Text: Eric Scherer, Fotos: Andreas Liebschner/Opel