Mondial de l’Auto

Kante zeigen in Paris

Montagmorgen, kurz nach elf. Pariser Autosalon, Halle 4. Fünf schwarze Fahrspuren durchziehen den Opel-Stand. Gelbe und weiße „Lightspeed“-Streifen setzen Akzente. Über den Fahrspuren schwebt der Opel Blitz. Daneben zieht ein leuchtend gelber „GSE Pixel Cube“ die Blicke auf sich. Der neue Formel-E-Rennwagen präsentiert sich bereits im finalen Design, auch der Astra GSE Line ist zu sehen. Ein Fahrzeug bleibt verborgen: Unter einer Hülle wartet der Opel STX Concept auf seine Weltpremiere.

Opel CEO Florian Huettl eröffnet die Pressekonferenz mit einer Ankündigung: „Wir beschleunigen das Tempo weiter, mit Investitionen von mehr als einer Milliarde Euro und vier neuen Modellen bis 2030.“ Zu den angekündigten Neuheiten gehört auch der Astra der nächsten Generation. Dann fällt die Hülle: Zum Vorschein kommt ein Kombi. Flach, breit, mit markanter Front und kräftig ausgestellten Radhäusern. Kein SUV, kein Crossover. Sondern der Sports Tourer eXperimental Concept, kurz STX Concept. „Der Opel STX Concept führt unsere lange Sports Tourer-Geschichte in die Zukunft“, sagt Huettl. Sie begann 1953 mit dem Olympia Rekord Caravan. Jetzt zeigt Opel, wie ein elektrischer Kombi von morgen aussehen könnte.

„Der Opel STX Concept führt unsere lange Sports Tourer-Geschichte in die Zukunft.“

– Opel-CEO Florian Huettl –

Sports Tourer-Design von morgen: Marketingchefin Rebecca Reinermann, Opel CEO Florian Huettl und Designchef Mark Adams (von links) präsentieren den STX Concept auf dem Pariser Autosalon.
Großer Auftritt, großes Medieninteresse: Kamerateams und Fotografen verfolgen die Weltpremiere des STX Concept. Direkt daneben steht mit dem Opel GSE 27FE die zweite Weltpremiere des Messestands.
Klare Ansage: Opel CEO Florian Huettl kündigt Investitionen von mehr als einer Milliarde Euro und vier neue Modelle bis 2030 an. Darunter auch der Astra der nächsten Generation.
Noch geheim: Unter der silbernen Hülle wartet der Opel STX Concept auf seine Weltpremiere. Nur die neue Lichtsignatur lässt bereits erahnen, was daruntersteckt.
Kante zeigen, ganz wörtlich: Statt einer sanft abfallenden Dachlinie setzt die Studie auf ein fast senkrecht abgeschnittenes Heck. Die ungewöhnlichen C-Säulen und die 22-Zoll-Räder unterstreichen den eigenständigen Auftritt.

Designchef Mark Adams betritt die Bühne und lenkt den Blick auf die Details: „Er hat ein noch mutigeres, selbstbewussteres Markengesicht mit prominenterem Opel Vizor und dazu eine neue Lichtsignatur.“ Die Seitenflächen sind klar modelliert, die C-Säulen ungewöhnlich gestaltet. Besonders markant: das Heck. Die Dachlinie zieht sich weit nach hinten, dann endet die Karosserie mit einer scharfen Kante. Das ist kein Zufall. Im Gespräch mit dem britischen Portal Electrifying auf dem Pariser Autosalon erklärt Adams, dass der Abschluss bewusst wie abgeschnitten wirken soll – fast so, als sei er präzise abgefräst worden.

Knapp 4,70 Meter lang, rund drei Meter Radstand, 22-Zoll-Räder: Der STX Concept verbindet die gestreckte Silhouette eines Kombis mit einer betont kantigen Formensprache. Bewegliche Elemente am Heck verbessern die Aerodynamik. Wie viel davon könnte eines Tages auf die Straße kommen? Gegenüber dem britischen Magazin Auto Express, ebenfalls auf dem Autosalon, stellt Adams klar: Noch ist nicht jedes Detail auf eine mögliche Serienfertigung ausgelegt. Die grundsätzliche Designrichtung steht jedoch fest.

Die Studie trifft einen Nerv. Während SUVs den Automarkt prägen, zeigt Opel, wie aufregend ein Kombi von morgen aussehen kann. Das kommt international an. FOCUS online titelt, Opel halte mit dem STX Concept den Kombi am Leben. Das britische Portal Electrifying spricht von einer Liebeserklärung an die Fahrzeugklasse und lobt die außergewöhnliche Formensprache. Auch in Frankreich sorgt die Studie für Schlagzeilen: Clubic sieht darin gar eine Wiederbelebung des Kombis.

„Der STX Concept zeigt den nächsten Schritt unseres Designs – und trägt bereits Elemente künftiger Opel-Modelle in sich.“

– Opel-Designchef Mark Adams –

Race, Drive, Play: Marketingchefin Rebecca Reinermann stellt auf dem Pariser Autosalon die drei Welten der GSE-Strategie vor.
German Autobahn: Fünf schwarze Fahrspuren führen durch die Opel-Welt in Halle 4. Darüber schwebt der große Opel Blitz.
Französisches Heimspiel: Théo Pourchaire spricht auf dem Pariser Autosalon über seinen Einstieg in die Formel E mit Opel.
Drei Spielarten elektrischer Performance: Der über 800 PS starke Formel-E-Rennwagen steht zwischen dem neuen Corsa GSE (links) und dem Mokka GSE.
Bereit für die Formel E: Die Stammfahrer Mitch Evans (links) und Théo Pourchaire mit Entwicklungsfahrerin Sophia Flörsch.
Opel zum Mitnehmen: Im Shop auf dem Messestand gibt es neben Modellautos auch Fanartikel und Accessoires.

Auf dem benachbarten Fahrstreifen steht die zweite Weltpremiere: der Opel GSE 27FE. Schwarz, Silber, Gelb – so präsentiert sich der über 800 PS starke GEN4-Rennwagen erstmals im finalen Design. Mit ihm steigt Opel in die Formel E ein. „Hochleistung, die wir mit Race, Drive und Play für alle erlebbar machen“, sagt Marketingchefin Rebecca Reinermann. Race steht für den Motorsport: Auf den Mokka GSE Rally folgt nun die Formel E – mit Mitch Evans und Théo Pourchaire am Steuer.

Drive führt vom Rennwagen auf die Straße. In Paris feiert der neue Corsa GSE Messepremiere: 281 PS, 345 Newtonmeter Drehmoment, von null auf 100 km/h in 5,5 Sekunden. Kein aktueller Serien-Opel beschleunigt schneller. Nach Paris kam der Kleinwagen auf eigener Achse: 1.555 Kilometer vom Werk in Saragossa über die Pyrenäen und die französische Atlantikküste.

Daneben stehen der Mokka GSE mit Rallye-Genen und der neue Astra GSE Line, der ab Frühjahr 2027 sportliches Design unabhängig vom Antrieb bietet. Frontera Electric Extended Range und Grandland Electric AWD komplettieren den Auftritt auf den äußeren Fahrspuren.

„Grand Sport Electric steht für Hochleistung, die wir mit Race, Drive und Play für alle erlebbar machen.“

– Opel-Marketingchefin Rebecca Reinermann –

Publikumsmagnet: Stellantis zeigt auf dem größten Stand der Pariser Messe mehr als 60 Fahrzeuge von acht Marken – neben Opel sind Peugeot, Citroën, Fiat, Alfa Romeo, DS Automobiles, Lancia und Leapmotor vertreten.
In luftiger Höhe: Der Mokka GSE Rally thront über dem Messestand. Mit dem vollelektrischen Rallye-Fahrzeug hat Opel 2026 eine neue Ära im Markenpokal eingeläutet – bevor nun auch der Einstieg in die Formel E folgt.
Elektrische Alltagshelden: Der Frontera Electric Extended Range (links) setzt auf zusätzliche Reichweite, der Grandland Electric AWD auf elektrischen Allradantrieb.
Mehr als Autos anschauen: Besucher erkunden den Opel-Shop und die GSE-Erlebniswelt. Hier lässt sich die Marke auch abseits der ausgestellten Fahrzeuge entdecken.
Rennsport auf dem Bildschirm: Bei der „Opel Chase“ können Gamer weltweit noch bis zum 25. Oktober auf fünf Opel-Strecken um Bestzeiten kämpfen.

Play schließlich führt in die Gaming-Welt. „Automobilkultur spielt sich nicht mehr nur auf der Straße ab. Sie findet auch online statt. In der Community. Und in Games“, sagt Marketingchefin Rebecca Reinermann. Gemeinsam mit Ubisoft und der E-Sport-Organisation GIANTX hat Opel eigene Rennstrecken und virtuelle Fahrzeuge für das Videospiel Trackmania entwickelt. Auf dem Messestand können Besucher selbst antreten, beim Opel Trackmania Cup messen sich die Profis. Eine der virtuellen Strecken heißt „Rüsselsheim to Paris“ – eine Hommage an die Reise zum Autosalon.

Zwischen Rennwagen, Serienmodellen und Gaming-Welt behauptet sich ein Kombi, der bislang nur eine Studie ist. Doch der STX Concept sorgt schon jetzt international für Aufsehen. Und zeigt, wie viel Potenzial in einer Fahrzeugklasse steckt, die bei Opel seit mehr als sieben Jahrzehnten zu Hause ist. Der Kombi hat Tradition. Und jede Menge Zukunft.


Oktober 2026

Fotos: Opel